Einigung mit Familiengesellschaftern
Daimler bekommt MTU-Anteile der Maybachs

Daimler-Chrysler hat eine erste Einigung mit den Familiengesellschaftern des Dieselmotoren- und Turbinenbauers MTU Friedrichshafen erzeilt. Der Stuttgarter Autokonzern kann seinen MTU-Anteil erhöhen und hofft nun auf einen Durchbruch beim stockenden Verkauf des Unternehmens.

HB STUTTGART. Von den Mitgliedern der Gründerfamilie Maybach könne Daimler-Chrysler gut sieben Prozent der MTU-Anteile übernehmen, teilte der Autokonzern am Donnerstag mit. „Daimler-Chrysler begrüßt die Entscheidung der Familiengesellschafter, uns ihre Anteile an MTU Friedrichshafen zum Kauf anzubieten, als wichtigen Schritt zur Zukunftsausrichtung des Unternehmens und seiner Mitarbeiter“, sagte ein Konzernsprecher. Zum Preis wollte er keine Angaben machen. Die Familie Maybach hält 7,2 % an MTU, mit denen Daimler-Chrysler die eigene Beteiligung auf mehr als 95 % ausbauen kann. Nun hofft der Konzern, auch die übrigen Anteile übernehmen zu können.

Damit ist die Phalanx der beiden MTU-Gründerfamilien Maybach und Zeppelin zerbrochen. Die Familien haben bisher den Verkauf des Traditionskonzerns blockiert. MTU produziert mit weltweit 6700 Mitarbeitern Motoren für Panzer, Schiffe und Baufahrzeuge. Die für den Ausbau des Geschäfts notwendigen Finanzmittel will der renditeschwache Autokonzern nicht mehr aufbringen und wollte MTU an den Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern MAN verkaufen. Einer mit der Situation vertrauten Person zufolge wollte MAN rund 1,1 Mrd. € zahlen.

Die mit zusammen rund zwölf Prozent an MTU beteiligten Minderheitsgesellschafter favorisierten hingegen einen Verkauf an den Finanzinvestor Carlyle zu einem höheren Preis. Anders als Daimler-Chrysler wollten die bisher in einer Front auftretenden zwölf Familiengesellschafter ihren Anteil beim Verkauf weiter aufstocken, um ihre Mitspracherechte zu stärken. Dem Verkauf an Carlyle widersetzte sich jedoch Daimler-Chrysler.

In mit der Situation vertrauten Kreisen hieß es, Daimler-Chrysler habe den Maybachs ein attraktives Angebot gemacht. Die Familie werde deutlich mehr als 80 Mill. € bekommen. Um MTU so schnell wie möglich zu verkaufen, müsste Daimler-Chrysler noch die Anteile der zweiten Gründerfamilie Brandenstein-Zeppelin erwerben. Von der Familie war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten, ob sie nun bereit ist, auch ihre Anteile zu veräußern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%