Einigung mit Gewerkschaft
Teilerfolge für Chrysler

Der strauchelnde US-Autobauer Chrysler hat im Kampf gegen eine drohende Insolvenz einen wichtigen Teilerfolg errungen. Der Konzern erzielte am Freitag eine vorläufige Einigung mit der kanadischen Autogewerkschaft CAW, durch die er nach Angaben der Arbeitnehmervertreter jährlich geschätzte 150 Mio. Dollar einsparen kann.

HB TORONTO. Unter anderem machte die Gewerkschaft Zugeständnisse bei einer Reihe von Bonuszahlungen wie etwa dem Weihnachtsgeld. Das Abkommen werde den von der CAW vertretenen Chrysler-Mitarbeitern noch an diesem Wochenende zur Annahme vorgelegt, sagte Gewerkschaftsboss Ken Lewenza.

Die Einigung mit der Gewerkschaft ist eine der Voraussetzungen, die Chrysler bis Ende April erfüllen muss, um von der US-Regierung weiter unterstützt zu werden. Außerdem soll auch eine Allianz mit dem italienischen Autobauer Fiat geschmiedet werden. Fiat ist auch an einem Einstieg bei der GM-Tochter Opel interessiert.

Bei den Verhandlungen über eine Restrukturierung von Chrysler haben sich zudem die Gläubiger offenbar auf die US-Regierung zubewegt. Wie am Freitag aus Kreisen verlautete, boten die Kreditgeber einen Verzicht auf fast die Hälfte ihrer Ansprüche an. Im Gegenzug für die übrig bleibenden Schulden im Umfang von 3,75 Mrd. Dollar wollten sie einen 40-prozentigen Anteil an einem neu strukturierten Konzern, sagte eine mit dem Vorschlag vertraute Person. Eigentlich steht Chrysler bei den Kreditgebern mit fast sieben Mrd. Dollar in der Kreide. Doch die Gläubiger stehen unter dem Druck der Regierung in Washington, im Ringen um eine Zukunft des Autokonzerns Abstriche zu machen.

Der ebenfalls vom Bankrott bedrohte Autobauer General Motors hat unterdessen von der US-Regierung erneut eine Kapitalspritze erhalten. Wie aus den Papieren des Finanzministeriums hervorging, flossen zwei Mrd. Dollar Betriebskapital an den Autokonzern. An Chrysler gingen dagegen demnach keine neuen Finanzmittel. Die US-Regierung unter Präsident Barack Obama hatte GM bis zu fünf Mrd. Dollar Nothilfen zugesichert, während der Konzern um ein Sanierungskonzept ringt. Chrysler wurden 500 Mio. Dollar zugesagt.

GM hat seit Anfang des Jahres bereits 13,4 Mrd. Dollar staatliche Nothilfen erhalten. Jetzt hat der Konzern noch eine Gnadenfrist bis zum 1. Juni, in der er sich weitreichende Zugeständnisse von Kreditgebern und der Gewerkschaft sichern muss. Sonst droht ein Insolvenzverfahren.

Der US-Autobauer Ford bekräftigte am Freitag, im Gegensatz zu seinen heimischen Rivalen Chrysler und General Motors voraussichtlich ohne Staatshilfen auszukommen. Das Unternehmen fuhr zum Jahresanfang einen kleineren Verlust als befürchtet ein. Der Konzern zeigte sich überdies zuversichtlich, im Jahr 2011 mindestens die Gewinnschwelle zu erreichen.

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