Einigung mit IG Metall: Siemens weitet Beschäftigungspakt aus

Einigung mit IG Metall
Siemens weitet Beschäftigungspakt aus

Siemens hat sich mit der IG Metall auf einen Beschäftigungspakt für seine deutschen Standorte geeinigt. Dieser knüpft an die bisher geltende Vereinbarung zur Standort- und Beschäftigungssicherung aus dem Jahr 2008 an, gilt nun aber auch für den gesamten Konzern
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HB MÜNCHEN. Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin ist die Vereinbarung unbefristet, allerdings nach Ablauf von drei Jahren kündbar. Unter anderem stehe das Unternehmen zu seiner Zusage, Anpassungen bei den Beschäftigten ohne betriebsbedingte Kündigungen lösen zu wollen, hieß es. „Der Konzern wird hierzu, wie bereits in der Vergangenheit, sämtliche Mittel ausschöpfen.“ Dazu gehöre unter anderem der Personalausgleich zwischen den Standorten und Kurzarbeit.

Siemens hatte zuletzt in Deutschland rund 128 000 Mitarbeiter. Die Standort- und Beschäftigungssicherung gilt nicht für den vor der Ausgliederung stehenden Siemens-IT-Dienstleister SIS, bei dem im Zuge des Umbaus weltweit mehr als 4000 Arbeitsplätze wegfallen sollen.

Das bisher geltende Abkommen wäre zum Monatsende ausgelaufen. Es war 2008 geschlossen worden, um ein milliardenschweres Sparprogramm bei Siemens in Vertrieb und Verwaltung, das mit dem Abbau tausender Jobs einherging, abzufedern.

Es gab aber auch eine schlechte Nachricht für Siemens: Der Konzern muss in seinem Medizintechnik-Geschäft eine Milliardensumme abschreiben. Im laufenden vierten Geschäftsquartal werde eine Wertminderung von bis zu 1,4 Mrd. Euro vorgenommen. Grund sind Probleme in der Labordiagnostik. Siemens habe die eigenen mittelfristigen Wachstumserwartungen und die langfristige Marktentwicklung in der Labordiagnostik neu bewertet. Die Konzernziele für das Geschäftsjahr 2010 blieben aber bestehen.

Siemens war in den Jahren 2006 und 2007, also vor der heftigen Wirtschaftskrise, mit den Übernahmen der Bayer-Diagnostiksparte sowie der US-Anbieter DPC und Dade Behring in der Medizintechnik rasch gewachsen. Elf Mrd. ließen sich die Münchner ihr Engagement kosten. Die Sparte sollte mit Apparaten zur Labordiagnose von Blut, Urin oder Gewebe Lücken im Angebot von Siemens für Kliniken schließen. Während sich die Kostenziele bei der Integration der drei Unternehmen erfüllt hätten, sei das geplante Wachstum nicht wie erhofft eingetreten, hieß es. Der Dax-Konzern hatte bereits im Mai auf die Probleme mit einem neuen Management in der Labordiagnostik reagiert - neuer Chef der Sparte ist Michael Reitermann, der zuvor für den US-Vertrieb und -Service bei Siemens Healthcare zuständig war.

Kommentare zu " Einigung mit IG Metall: Siemens weitet Beschäftigungspakt aus"

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  • Vereinbarungen werden gekündigt , wenn sie nicht mehr zweckmässig sind.

    Trotz Dem, könnte man Redlichkeit antizipieren.
    Vielleicht ist es so gemmeint ?

    Dennoch ist es eine insel-Lösung. die man betrachten muss.

    Auf Staatlicher Ebene würde man von Protektionismus reden; anzunehmen ist, dass die Auswirkungen die Zulieferer und die Zeitarbeit betreffen.

    Die Schwankungen übernehmen die bA mit dem Kurzarbeitergeld.

    Nachdem man "bereinigt" hat, mit Tausenden,
    steht das Sozialversicherungssystem bereit.

    Als wäre es so geplant worden.

    Protektionismus,
    wie bei den Autoherstellern,
    die wieder eingliedern, was sie ausgliederten.

    Schön verpackt !
    Mit Schleifchen !

    Welches noch für viele ein enger Gürtel wird.

    Sie werden unter sich sein;
    die Einen und die Anderen.


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