"Einigung nicht möglich"
Schlagabtausch zwischen VW und Gebauer

Im Zusammenhang mit der aktuellen Korruptionsaffäre hat der Autobauer Volkswagen dem wegen Unregelmäßigkeiten gekündigten ehemaligen Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer persönliche Bereicherung vorgeworfen. Der wiederum wies den Vorwurf umgehend zurück. Er habe auf Anweisung des VW-Vorstands gehandelt und die Gunst von Betriebsräten erkauft.

HB HAMBURG. Gebauer sei gekündigt worden, weil er gemeinsam mit dem ehemaligen Skoda-Personalvorstand Helmuth Schuster ein weltweites Netz von Tarnfirmen aufgebaut habe, um sich auf Kosten des Konzerns zu bereichern, teilte Volkswagen am Montag in Wolfsburg mit. Vorwürfe wegen Unregelmäßigkeiten bei Spesenabrechnungen des Betriebsrates seien nicht Gegenstand der Verhandlung an diesem Dienstag vor dem Braunschweiger Arbeitsgericht. VW forderte Gebauer auf, mögliche Erkenntnisse zur Verfügung zu stellen, um die Affäre aufzuklären.

„Ich habe mich nie zu Lasten des Konzerns bereichert. VW will mich zum Bauernopfer dafür machen, dass ich jahrelang auf Anweisungen des Vorstands die Gunst des Betriebsrats erkaufen musste“, sagte hingegen Gebauer der „Bild“-Zeitung laut einer Vorabmeldung. Der Autobauer machte deutlich, dass er eine gütliche Einigung mit seinem ehemaligen Mitarbeiter ausschließt. Gebauer versucht vor dem Arbeitsgericht, die Kündigung durch VW rückgängig zu machen. Eine fristgemäße Kündigung würde ihm eine Weiterzahlung seines Jahresgehalts von rund 90 000 € sichern.

VW stellte die Bekanntgabe weiterer Details in dem Schmiergeldskandal in Aussicht, falls es zur Verhandlung vor dem Arbeitsgericht komme. Man werde dann „das ein oder andere Detail“ öffentlich machen, sagte ein Unternehmenssprecher.

Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Schuster und Gebauer wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs. VW hat zudem Strafantrag gestellt und will mögliche Begünstigungen des Betriebsrates prüfen lassen. Angeblich gab es Spesenbudgets für den Betriebsrat, deren Verwendung nicht kontrolliert wurde. Gebauer war in der Personalabteilung unter anderem für die Abzeichnung von Spesenabrechnungen zuständig.

Für Unregelmäßigkeiten in seinem Zuständigkeitsbereich hatte Personalvorstand bereits Peter Hartz die Verantwortung übernommen und war zurückgetreten. Dabei machte Hartz allerdings klar, dass er sich persönlich keine Verfehlungen zu Schulden kommen lassen habe.

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