Einigung über Gesundheitskosten bis Ende Juni gefordert
GM stellt Gewerkschaft Ultimatum

Der Konflikt zwischen dem Management des weltgrößten Autokonzerns General Motors (GM) und der Führung der Autogewerkschaft United Auto Workers (UAW) spitzt sich zu. Die Bestrebungen von GM und der UAW, die Verhandlungen über eine höhere Beteiligung der Arbeitnehmer an ihren Krankenversicherungskosten hinter verschlossenen Türen zu halten, werden zusehends schwieriger umzusetzen.

HB/je PORTLAND. Beide Seiten betonen aber weiterhin ihre Kooperationsbereitschaft. Keine der Parteien hat ein Interesse an einer Konfrontation, aber es geht um Milliarden, die Vertrauensbasis ist schmal, und der wilde Streik in zwei Zulieferwerken in Flint von 1998, der GM zwang, nahezu alle Bänder in Nordamerika abzuschalten, ist noch nicht vergessen.

GM-Chef Rick Wagoner will bis Ende Juni zu einer Einigung kommen und droht, der Autokonzern könne andernfalls eine Lösung einseitig verfügen. In einer gemeinsamen Erklärung warnten UAW-Präsident Ron Gettelfinger und sein für GM zuständiger Vize Richard Shoemaker darauf hin vor einseitigen Aktionen und forderten mehr Zeit für Verhandlungen. Sie schlossen aus, den noch bis 2007 laufenden Tarifvertrag neu zu verhandeln. Gettelfinger stellte in einem New-York-Times-Interview klar, dass die Gewerkschaft von der Notwendigkeit von Zugeständnissen der Arbeitnehmer noch nicht überzeugt ist.

Nach Jahren großzügiger Tarifverträge und steigender Kosten für die Krankenversorgung ist der führende US-Autokonzern mittlerweile auch der größte Einkäufer von Leistungen zur Gesundheitsversorgung. 2005 muss der Konzern dafür 5,6 Mrd. Dollar (4,6 Mrd. Euro) berappen. Angesichts eines Nettoverlustes von 1,1 Mrd. Dollar (0,9 Mrd. Euro) im ersten Quartal und der Abstufung seiner Bonität auf Risiko- oder Ramsch-Status will er so schnell wie möglich einen Teil dieser Last abwerfen.

Als Minimum fordert Wagoner die Gleichstellung der Arbeiter, die nur sieben Prozent ihrer Krankenversicherungskosten tragen, mit den Angestellten, deren Anteil 27 Prozent beträgt. Dies wird bisher von der UAW-Führung abgelehnt.

Das Verhältnis zwischen GM und UAW ist traditionell gespannt. Einen Tag, nachdem die Gewerkschaft Anfang der 80er Jahre Lohnkonzessionen ratifizierte, genehmigte sich das damalige Konzernmanagement einen Millionenbonus. Erst nach dem katastrophalen Streik von 1998, der GM über zwei Mrd. Dollar (1,7 Mrd. Euro) kostete, verbesserte sich das Verhältnis. Aber noch ist die Vertrauensbasis schmal.

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