Einigung zwischen Management und Arbeitnehmervertretern
"Marrakesch" wird in Wolfsburg gebaut

Die Entscheidung ist gefallen: Der Golf-Geländewagen namens "Marrakesch" wird in Wolfsburg gebaut.

HB WOLFSBURG. Darauf haben sich VW-Management und Arbeitnehmerseite in der Nacht geeinigt. Die Meldung über den erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen kam am frühen Dienstagmorgen. Die Verhandlungen gelten als wegweisend für die künftige Produktion und Entlohnung bei VW in Deutschland.

Mit der Einigung endet eine wochenlange Zitterpartie. Die VW-Spitze hatte im Vorfeld damit gedroht, den Wagen in Portugal zu bauen, wenn Betriebsrat und Gewerkschaft nicht zu Zugeständnissen bei den Personalkosten bereit seien.

Der Geländewagen, der 2007 auf den Markt kommen soll, wird in Wolfsburg innerhalb der Auto 5000 GmbH gefertigt. Bei diesem Lohnmodell, zu dessen Bedingungen bereits der Minivan Touran gebaut wird, gelten andere Arbeitszeiten und geringere Löhne für die Beschäftigten.

Der VW-Vorstand machte zugleich eine Zusage für die Fertigung eines neuen Modells ab 2008 im Werk Emden. Dazu solle der Haustarifvertrag modifiziert werden, hieß es. Unternehmensspitze und Betriebsrat hätten zudem vereinbart, die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Wolfsburg weiter zu verbessern, um auf dieser Basis ein zusätzliches Modell in Wolfsburg fertigen zu können.

Nur durch Kostensenkungen könne der "Marrakesch" im harten Konkurrenzkampf zu attraktiven Preisen angeboten und profitabel in die USA exportiert werden, hatte VW argumentiert. 2000 Euro pro Auto sind bereits eingespart worden - etwa bei Marketing- und Vertriebskosten. Nun ging es noch um 850 Euro, die bei den Personalkosten herausgeholt werden sollten. Im VW-Werk in Portugal wäre eine Fertigung nach VW-Darstellung nach derzeitigem Stand um gut 1000 Euro je Einheit billiger als in Wolfsburg.

Die IG Metall, die mit am Verhandlungstisch sitzt, hatte im Vorfeld Kompromissbereitschaft signalisiert. „Eine Verhandlungslösung ist möglich. Die IG Metall ist zu einem fairen Kompromiss bereit, wenn am Ende sowohl ein Beitrag zur Sicherung der Arbeitsplätze bei Volkswagen als auch Lösungen im Interesse der Beschäftigten erreicht werden“, hatte IG-Metall-Bezirkschef Hartmut Meine vor Beginn der Verhandlungen erklärt. Meine erinnerte daran, dass der Tarifabschluss vom vergangenen November den Bau des Kleingeländewagens im Stammwerk in Wolfsburg vorsehe. „Dazu sind wettbewerbsfähige Kostenstrukturen zu verhandeln“, erklärte die IG Metall.

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