Einkaufsoffensive Ost
VW setzt auf „made in China“

VW will ab 2007 jährlich Autoteile im Milliardenwert aus China in der eigenen Produktion verwenden. Der Wolfsburger Hersteller hat diese Zusage seinen Zulieferern in China gemacht, bestätigte der neue VW-China-Chef Winfried Vahland in Peking.

HB PEKING. „Der VW-Konzern wird dann Komponenten im Wert von 1 Mrd Dollar pro Jahr in China kaufen“, sagte Vahland. Die neue Einkaufsoffensive Ost werde aber auf keinen Fall zu Lasten der Qualität gehen, betonte Vahland: „Wo VW drauf steht, ist auch künftig VW drin.“

VW will mit dem „Exportteileprogramm“ seine Herstellungskosten konzernweit, vor allem aber im zweitgrößten Absatzmarkt China deutlich senken. Im Reich der Mitte ist der Marktführer durch eine verschlafene Modellpolitik sowie durch einen harten Wettbwerb in die Krise gefahren. Dieses Jahr werden die Verkäufe mit rund 530 000 ausgelieferten Fahrzeugen deutlich unter Vorjahr (650 000 Autos) liegen. Die Produktion hat VW in China bereits deutlich heruntergefahren, die meisten Investitionen gestoppt.

„2005 ist sicher als Tiefpunkt für VW in China anzusehen“, räumt Vahland ein. Dennoch will der als Sanierer nach Peking entsandte Ex-Skoda-Chef das „operative Ergebnis auf Null halten“. Nur ein Wunder oder ein plötzlicher Jahresendspurt im Verkauf kann dem erfahrenen Manager da noch helfen. Denn bis Ende September hat VW dieses Jahr in China vor allem eines produziert - rote Zahlen.

Mit einer Modelloffensive will VW in China wieder punkten. Nächste Woche wird der komplett in und für China entwickelte neue Passat „Lingyu“ vorgestellt. Rund zehn weitere Modelle sollen bis Ende 2008 folgen. Vahland hat zudem das Ziel ausgegeben, dass die Kosten in den beiden chinesischen Gemeinschaftsunternehmen um 40 Prozent senken müssen. Ein Weg ist, in der Produktion stärker auf kompatible Modulsysteme und damit auf höhere Stückzahlen im Einkauf zu setzen. Um der Zulieferindustrie in China abe die Abnahme garantieren zu können, will Volkswagen die Einkaufstour in China starten.

China hat eine stark zersplitterte Autozulieferindustrie mit rund 2000 Unternehmen. Volkswagen allein hat in den vergangenen 20 Jahren rund 300 meist deutsche Zulieferer ins Reich der Mitte geholt. Der deutsche Autobauer werde den Anteil der lokalen Fertigung in China weiter erhöhen, so Vahland, von derzeit rund 60 Prozent auf mehr als 80 Prozent. Damit folgt VW aber nicht nur dem selbst auferlegten harten Sparprogramm, sondern auch den politischen Vorgaben aus Peking. Die Regierung dort will den Anteil der chinesischen Auto-Zulieferungen in der gesamten Branche deutlich erhöhen.

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