Einkaufstour in Portugal
Eon gibt verbindliches Angebot für Stromriesen EDP

Eon hat laut internen Kreisen dem portugiesischen Stromriesen EDP ein verbindliches Angebot unterbreitet. Der deutsche Energiekonzern möchte den 21-Prozent-Staatsanteil übernehmen - hat aber internationale Konkurrenz.
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DüsseldorfDer größte deutsche Energiekonzern Eon ist bei seinen Zukaufsplänen in Portugal einen Schritt weiter. Der Versorger habe bei dem portugiesischen Energieunternehmen EDP ein verbindliches Angebot für den zum Verkauf stehenden 21-Prozent-Anteil eingereicht, sagte am Sonntag eine mit der Transaktion vertraute Person der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX und bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Danach wird das gesamte Unternehmen mit 8,5 Milliarden Euro bewertet. Eon wollte sich auf Nachfrage nicht dazu äußern.

Bereits vor einigen Wochen hatte der portugiesische Ministerrat eine sogenannte Shortlist mit vier Unternehmen veröffentlicht, die für den Staatsanteil an dem Unternehmen mitbieten durften. Neben dem Düsseldorfer Konzern gehörten dazu auch die brasilianischen Unternehmen Eletrobras und Cemig sowie Three Gorges aus China. Das pleitebedrohte Portugal wollte die Privatisierung von EDP nach Angaben vom November bis Ende des Jahres abwickeln.

Die Beteiligung an EDP ist Teil der von Eon-Chef Johannes Teyssen angekündigten Neuausrichtung des Konzerns, die unter anderem stärker auf den Ausbau der erneuerbaren Energien setzt. Mit EDP, das über große Kapazitäten bei Wind- und Wasserkraft verfügt, würde Eon nach Einschätzung von Experten mit einem Schlag zum Weltmarktführer bei den Erneuerbaren. Zudem sind die Portugiesen in Brasilien aktiv - auch das kommt den Düsseldorfern gelegen, da sie sich derzeit aktiv auf außereuropäischen Boden umschauen.

Die Transaktion soll den Kreisen zufolge möglicherweise noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Eon gehe davon aus, nicht das höchste Gebot eingereicht zu haben. Die Chinesen könnten den Zukauf als strategisches Investment ansehen und dafür mehr auf den Tisch gelegt haben, sagte die Quelle zu dpa-AFX. Theyssen sei daher zu Zugeständnissen bereit und stelle den Portugiesen für ein Entgegenkommen ihrerseits Investitionen, zum Beispiel in Form von neuen Wind- und Solarprojekten in ihrem Land in Aussicht. Laut „Spiegel“ soll ein Teil der für den Zukunftsbereich zuständigen Abteilung im Fall eines erfolgreichen Abschlusses bei EDP angesiedelt werden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Auf jeden Fall kann ich mich dieser Meinung nur anschließen. Es ist nämlich keine ideologische oder politische Frage, sondern rein ökonomische Abwegung. Strom, Wasser, Gas usw. sind nicht nur Grundbedarfsartikel, sondern wichtige Vorleistungen, die allen volkswirtschaftlichen Subjekten in einer Marktwirtschaft dienen. Auch wenn der staatliche Betrieb vielleicht betriebswirtschaftlich nicht ganz effizient ist (was jedoch nicht eindeutig bewiesen ist), so kann er zumindest eine gesamtwirtschaftliche sinnvolle Allokation sicherstellen (speziell bei natürlichen Monopolen wie Gas- oder Stromnetzen). Zudem könnte man bei nat. Monopolen die momentan komplexe und ineffiziente Regulierung der Bundesnetzagentur erheblich reduzieren, wenn die Stromkonzerne in staatlichen Händen wären. Sie würden auf jeden Fall ausreichend Geld verdienen und müssten nicht subventioniert werden. Auf jeden Fall würde ein staatliches Unternehmen NIEMALS so Geld zum Fenster rauswerfen dürfen, wie das dieser Wasserkopf Teyssen tut.

  • Börseneinkaufstour: Da sehen wir wo unser Geld für die Kwh hingeht.

    Endlich verstaatlichen diese Abzockerkonzerne.

  • So ein Schwachsinn! Wie kommt man auf die Idee, sich in einem vom Pleite bedrohten und sehr armen Land zu engagieren? Glaubt dieser "Manager" Wasserkopf, dass die armen Portugiesen ihm Gewinne einbringen? EON hat anscheinend aus dem Endesa Deasaster nichts gelernt. Aber anscheinend ist es Teyssen egal, was er mit dem Geld der Aktionäre macht. Ist ja letztlich nicht sein Geld. Ein Grund mehr die Aktien von EON loszuwerden. Hoffentlich wird dieser unverantwortliche Vorstand und auch der Aufsichsrat, der solche schwachsinnigen Entscheidungen noch billigt bei der nächsten Hauptversammlung mit voller Wucht gefeuert!

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