Einladung zu Fusionsgesprächen
Aventis flirtet mit Novartis

Der deutsch-französische Parmakonzern Aventis will nicht vom Konkurrenten Sanofi geschluckt werden. Dafür kann sich Aventis aber eine innige Beziehung mit Novartis sehr wohl vorstellen.

HB STRASSBURG. Der Aufsichtsrat des deutsch-französischen Parmakonzerns Aventis hat am Freitag grünes Licht für Fusionsverhandlungen mit Novartis gegeben. Das Gremium habe den Schweizer Konzern eingeladen, ein freundliches Angebot zur Annäherung der beiden Unternehmen vorzulegen, verlautete aus Konzernkreisen in Straßburg.

Mit dem Kapitaleinstieg von Novartis soll eine feindliche Übernahme durch den französischen Konkurrenten Sanofi-Synthélabo abgewehrt werden. Die Schweizer haben die Einladung durch Aventis zur Vorbedingung für ein eigenes Übernahmeangebot gemacht. Zweite Vorbedingung sei die Neutralität der französischen Regierung. Sanofi setzt darauf, dass Paris eine innerfranzösische Lösung dem Machtzuwachs der Schweizer vorzieht.

Die französischen Gewerkschaften bekräftigten ihren Widerstand gegen beide Fusionspläne. Die CFDT befürchtet den Verlust von 17 000 Arbeitsplätzen im Falle einer Fusion mit Novartis und von 10 000 bis 12 000 Stellen bei einem Zusammenschluss mit Sanofi.

Novartis könnte den Aventis-Aktionären deutlich mehr und vor allem mehr Bargeld bieten als der Sanofi-Konzern, der bis zu 81 % des Kaufpreises von rund 46 Mrd. in eigenen Wertpapieren zahlen möchte. Aventis wehrt sich gegen Sanofi auch mit dem Argument, den Aktionären würden von dem französischen Widersacher hohe Risiken aus einer drohenden Aberkennung des Patentschutzes für Sanofis Umsatzbringer Plavix aufgebürdet.

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