Einschnitte bei Einkommen
Siemens-Trafowerk in Nürnberg bleibt

Der Fortbestand des Transformatorenwerks von Siemens in Nürnberg ist gesichert. Arbeitnehmervertreter und Unternehmensleitung einigten sich unter anderem auf die Festschreibung der Beschäftigtenzahl von 600 bis Ende 2009. Auf betriebsbedingte Kündigungen will das Unternehmen bis dahin verzichten, berichtete der stellvertretende Nürnberger IG Metall-Vorsitzende Jürgen Wechsler.

HB NÜRNBERG. „Mit der zügigen Umsetzung der Vereinbarung wird es uns gelingen, die Wettbewerbsfähigkeit des Trafowerks wieder herzustellen und 600 Arbeitsplätze am Standort Nürnberg zu erhalten“, teilte der Siemens- Bereich Power Transmission und Distribution (PTD) mit. Die Vereinbarung sei ein weiteres Beispiel dafür, dass auf betrieblicher Ebene mit den Tarifvertragsparteien maßgeschneiderte Lösungen zum Erhalt eines Standortes gefunden werden könne, betonte das Unternehmen.

Nach IG Metall-Angaben will Siemens in den nächsten Jahren rund zehn Mill. € in das Werk investieren. Von der ursprünglich geplanten Verlagerung eines im Nürnberger Werk angesiedelten Kompetenzzentrums für Transformatorentechnik nach Erlangen will Siemens vorerst absehen, berichtete Wechsler. Die bereits ausgesprochenen 186 Kündigungen hätten jedoch nicht mehr verhindert werden können. „Dies ist für uns ein Wermutstropfen“, räumte der Gewerkschafter ein.

Der Preis für die Standortsicherung sind nach IG Metall-Angaben ferner Kürzungen beim Jahreseinkommen zwischen 13 und 14 % bei den Tarifbeschäftigten und rund 19 % bei den Beschäftigten mit übertariflichen Leistungen. Verursacht seien die Einkommensverluste unter anderem durch Absenkungen bei Leistungslöhnen und Zulagen. Außerdem entfalle die Siemens-Jahreszahlung, das tarifliche Urlaubsgeld werde halbiert.

„Die Einkommensverluste tun weh, aber wir haben sinnlose Opfer der Beschäftigten für die Siemens-Konzernkasse verhindert“, kommentierte der bayerische IG Metall-Bezirksleiter Werner Neugebauer die Einigung. Der Vorstandsvorsitzende des Siemens-Bereich PTD, Udo Niehage, sprach von „Zugeständnissen auf beiden Seiten“. Mit den geplanten Investitionen wolle die Unternehmensführung Signale setzen und Weichen stellen. Das Werk solle als Hightech-Standort profiliert werden.

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