Einsparpotenzial von rund 400 Millionen Euro durch Konzernumbau
Energiekonzern RWE gibt Vertriebstochter nicht auf

Der Chefreformer Ulrich Jobs tritt Spekulationen um eine Auflösung von RWE-Energy entgegen. Die Vertriebstochter soll aber im Zuge des Konzernumbaus Kompetenzen an die Zentrale und an regionale Vertriebsgesellschaften abgeben.

ESSEN. Im Zuge des laufenden Umbaus des RWE-Konzerns steht die zentrale Vertriebsgesellschaft RWE Energy entgegen anhaltender Spekulationen nicht zur Disposition. Das stellte gestern der Chief Operating Officer (COO), Ulrich Jobs, bei einer Zwischenbilanz des Projekts "Neue RWE" klar. RWE Energy erfülle wichtige Aufgaben, die weder in der Konzernzentrale in Essen, noch in den Regionalgesellschaften erledigt werden könnten.

RWE-Chef Jürgen Großmann arbeitet seit seinem Amtsantritt vor knapp einem Jahr an einer effizienteren Struktur. Die Entscheidungswege im Energiekonzern sollen einfacher werden, Doppelarbeit soll vermieden werden. Zunächst hat er den Konzernvorstand umgebaut und unter anderem den Posten des COO geschaffen, der den Umbau seitdem federführend überwacht. Anschließend ließ er das Unternehmen von der Unternehmensberatung Boston Consulting Group durchleuchten.

Neben der für interne Dienstleistungen zuständigen Tochter RWE Systems, die zerlegt wird, steht RWE Energy im Zentrum des Umbaus. Die Tochter soll Kompetenzen an die Zentrale und an die regionalen Vertriebsgesellschaften verlieren. In Dortmund, wo Energy wie Systems den Sitz hat, gab es Befürchtungen, dass die Zwischenholding mittelfristig komplett aufgelöst werden könnte.

Dem trat Jobs entgegen. Energy habe eine wichtige Bündelungsfunktion. Es sei sinnvoller neue Produkte - Strom- oder Gaspreisangebote - zentral zu entwickeln, als in jeder der Regionalgesellschaften getrennt. Das gleiche gelte beispielsweise für das Marketing oder das Assetmanagement der Netze. Anderseits könne die Konzernzentrale solche Aufgaben nicht übernehmen, weil auch sie an ihre Kapazitätsgrenzen stoße.

RWE hat nach Jobs Worten im Zuge des Konzernumbaus bereits ein zusätzliches Einsparpotenzial von 400 Mill. Euro ausgemacht. Der Energiekonzern hatte jüngst sein für 2012 anvisiertes Ziel, das Ergebnis durch Effizienzmaßnahmen zu verbessern, auf 1,2 Mrd. Euro verdoppelt. Davon seien bereits eine Mrd. Euro durch konkrete Maßnahmen hinterlegt. 100 Maßnahmen wurden bereits identifiziert. Ein Drittel sollen bis zum Jahresende umgesetzt sein. Wie RWE die restlichen 200 Mill. Euro erreichen will, soll nach Jobs Worten bis zur nächsten Mittelfristplanung im kommenden Jahr geklärt werden.

Das Projekt "Neue RWE" sei "kein Jobabbauprogramm". Es gebe aber ein Potenzial von 700 Mitarbeitern, die an anderer Stelle produktiver eingesetzt werden könnten.

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