Einsparungen bei Rente und Gesundheit
Chrysler eifert GM nach

Am Montag hatte sich General Motors mit den Gewerkschaften auf Einsparungen bei Rente und Gesundheit in Milliardenhöhe geeinigt. Die gleichen Vergünstigungen fordert nun auch Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche.

HB TOKIO. Daimler-Chrysler will demnach umgehend Gespräche mit den US-Gewerkschaften aufnehmen. Die Tochter Chrysler versuche ähnliche Einsparungen auszuhandeln wie der US-Autohersteller General Motors sie am Vortag bekannt gegeben habe, sagte Zetsche am Dienstag auf einer Konferenz in Tokio. Chrysler habe eine klares Einvernehmen mit der Automobil-Gewerkschaft UAW darüber, dass die Einsparungen, die GM erreicht habe, auf Chrysler übertragbar seien, sagte Zetsche.

Am Montag hatte sich der US-Autohersteller General Motors mit der Gewerkschaft UAW auf eine Senkung der Gesundheitsleistungen für die Belegschaft im Volumen von jährlich rund 3 Milliarden Dollar vor Steuern geeinigt. Das hatte nach Aussagen von Händlern Spekulationen auf Kosten-Einsparungen bei DaimlerChrysler ausgelöst und der Aktie zu einem Plus verholfen.

Nach der vorläufigen Vereinbarung sinken die Verbindlichkeiten von GM gegenüber den pensionierten Mitarbeitern insgesamt um 15 Milliarden Dollar oder um ein Viertel der auf den Stundenlohn entfallenden Sozialkosten.

Anders als bei GM geht es bei Daimler-Chrysler aber nicht ums nackte Überleben, sondern um die Wahrung der Wettbewerbsfähigkeit durch gleiche Lohnnebenkosten.

Zetsche hatte als Chrysler-Chef die US-Sparte des Konzerns mit harten Einschnitten saniert. Er schloss mehrere Fabriken und kündigte tausenden Mitarbeitern. Diese Schritte hat GM noch vor sich. Um das Schlimmste abzuwenden, hat GM-Chef Rick Wagoner angekündigt, 25 000 oder gar noch mehr Menschen zu entlassen und mehrere Werke zu schließen. Dadurch sollen die massiven Überkapazitäten abgebaut werden. Ziel sei eine Vollauslastung der Werke zum Jahr 2008. GM erwägt sogar den Verkauf seines momentan wichtigsten Geldbringers, der Finanzsparte GMAC.

Sinkende Absatzzahlen, ein Berg von Schulden, eine ruinöse Rabattschlacht sowie die steigenden Pensions- und Gesundheitskosten haben sich zu einer Bürde aufgetürmt, die den 1908 gegründeten GM-Konzern immer mehr in die Knie zwingen. Als ehemalige Muttergesellschaft des vor knapp zwei Wochen in Konkurs gegangenen Autozulieferers Delphi muss GM nun zudem die Pensions- und Krankenkassenverpflichtungen für die meisten Delphi-Mitarbeiter tragen.

Vergleichbare Lasten hat Chrysler nicht zu schultern. Hier ist es momentan eher die deutsche Schwester Mercedes, die Sorgen macht. Seitdem Zetsche Mercedes-Chef ist, räumt er allerdings auch hier auf. 8500 Arbeitsplätze sollen in Deutschland wegfallen.

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