Einsparungen
IG Metall fordert weiteren Partner für Opel

Die IG Metall spricht sich für einen weiteren Anteilseigner für den Automobilkonzern Opel aus. Durch den Schritt solle die einseitige Beziehung mit GM belebt - und der Konzern zurück auf die Erfolgsspur gebracht werden.
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HamburgIm Streit um weitere Einsparungen bei Opel spricht sich die IG Metall für eine teilweise Abkopplung des Rüsselheimer Autobauers von der US-Mutter General Motors aus. „Ein zweiter Anteilseigner könnte Opel zu einem Erfolgsmodell machen“, sagte IG-Metall-Bezirksschef Armin Schild, der auch im Aufsichtsrat von Opel sitzt, der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Ein weiterer Partner könne die für Opel „sehr einseitige Beziehung“ mit GM beleben.

Schild bekräftigte, dass die Gewerkschaft nicht dazu bereit sei, den vor eineinhalb Jahren mit GM ausgehandelten Sanierungstarifvertrag für Opel aufzuschnüren. Die Belegschaft erbringe durch Lohnverzicht die darin vereinbarten Beiträge von jährlich 265 Millionen Euro. „Wir lassen nicht zu, dass diese Vereinbarung infrage gestellt wird.“ GM hatte sich nach neuerlichen Verlusten bei Opel von seinem Ziel verabschiedet, im Europageschäft bereits in diesem Jahr die Ertragswende zu schaffen. Seitdem dringt der US-Konzern auf weitere Einsparungen bei Opel und schließt auch Werksschließungen nicht aus. Der Rüsselsheimer Autobauer leidet besonders unter der schwachen Nachfrage in den Schuldenländern Südeuropas.

Schild forderte GM auf, der Tochter zu ermöglichen, Fahrzeuge über Europa hinaus zu exportieren. Indem GM dies verhindere, werde die Marke mit dem Blitz im schwierigen europäischen Markt „eingesperrt“. „Wenn man Opel erfolgreich machen will, ist das möglich. Aber dafür muss man die Voraussetzungen schaffen.“ Das sei auch Grundlage des mit GM geschlossenen Sanierungsvertrags. Den müsse der US-Konzern erfüllen. Das Geschäftsmodell, das GM Opel derzeit zubillige, werde auf Dauer nicht funktionieren. Denn dies würde auf Dauer zu immer neuen Sparrunden führen, unter denen die Belegschaft zu leiden habe.

Mit der Forderung nach einem weiteren Anteilseigner greift Schild einen Vorschlag des scheidenden Opel-Betriebsratschefs Klaus Franz auf. Der hatte GM im Reuters-Interview vor einigen Wochen geraten, den chinesischen Partner SAIC, der auch mit Volkswagen zusammenarbeitet, an Opel zu beteiligen. Im Gegenzug könnten die Chinesen den Amerikanern weitere Anteile an ihrem Gemeinschaftsunternehmen geben. Opel an ein chinesisches Unternehmen zu verkaufen, würde dagegen keinen Sinn machen. Opel ist auf dem wichtigen Markt in China bisher nicht vertreten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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