Einspruch gegen Namensgebung
Der neue Unaxis-Name passt Rheinmetall nicht

Es sollte nach Aufbruch aussehen. Der Schweizer Technologiekonzern Unaxis, den neue Besitzer und ein neues Management seit einer eher feindlichen Übernahme vor einem Jahr kräftig durcheinander wirbeln, hat sich auch einen neuen Namen verpasst.

ZÜRICH. Im vergangenen Monat beschlossen die Aktionäre auf der Generalversammlung, dass aus Unaxis die „Oerlikon Cooperation AG“ kurz OC werden soll. Unaxis knüpft damit an früherer Zeiten an, als das Unternehmen noch Oerlikon-Bührle hieß, einen klaren Fokus auf die Maschinenbau-Industrie hatte und mit 30 000 Mitarbeitern eine feste Größe in der Schweiz und darüber hinaus darstellte.

Womit der seit bald einem Jahr amtierende Unaxis-Chef Thomas Limberger und Verwaltungsrats-Präsident Georg Stumpf jedoch nicht gerechnet haben, ist ein Einspruch aus Deutschland gegen die Umbenennung: Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall erhebt ebenfalls Ansprüche auf den Namen Oerlikon. Er hat 1999 eine Tochtergesellschaft der damaligen Schweizer Oerlikon-Bührle gekauft: die Oerlikon Contraves AG in Zürich.

Sie produziert unter anderem Flugzeugabwehrkanonen und passt gut ins Programm der Düsseldorfer. Sie operiert nach wie vor weltweit unter ihrem alten Namen, der ebenfalls als Abkürzung „OC“ für Oerlikon Contraves ergibt. Die Rheinmetall-Juristen wollen deswegen verhindern, dass nun ein anderer Anbieter unter dem gleichen Kürzel und mit einem „Oerlikon“ im Namen die Märkte beackert. „Es geht uns um einen eingeführten Markennamen“, sagt Rheinmetall-Sprecher Peter Rücker.

Unaxis ist natürlich anderer Auffassung. Sprecher Carsten Barth sieht im juristischen Vorgehen der Düsseldorfer keinen Anlass, die Entscheidung zur Namensänderung rückgängig zu machen. Erstens, so stellt er fest, habe sich die damalige Oerlikon-Bührle-Holding beim Verkauf der Tochtergesellschaft das Recht gesichert, den Namen Oerlikon zu behalten. Und zweitens lasse sich dieser Name sowieso nicht schützen, da es sich dabei um einen Ort handelt – einen ziemlich hässlichen vor den Toren Zürichs übrigens.

Bis zum 1. September sollen laut Barth alle Unaxis–Gesellschaften plangemäß in Oerlikon Cooperation umbenannt werden. Die Schweizer wollen damit nach außen sichtbar machen, dass sie eine neue Strategie verfolgen. Der Technologiekonzern wird auf die Sparten Dünnfilm-, Vakuum- und Präzisionstechnik ausgerichtet. Auf operativer Ebene hat Konzernchef Limberger dafür bereits die Weichen gestellt: Unternehmensteile wie der Werkzeugbeschichter Balzers, der Anbieter von Datenspeicher-Systemen Data Storage, sowie die Bereiche Optics und Solar werden in der Sparte Dünnfilmtechnik zusammengeführt. Die Bereiche Vakuum Systemlösungen, die mit Leybold in Deutschland aktiv sind, und Präzisionstechnik mit Contraves Space sollen möglicherweise mit weiteren Akquisitionen gestärkt werden.

Limbergers Ziel für dieses Jahr ist eine Gewinnmarge von 15 Prozent. Dazu will sich die neue Oerlikon konsequenter als Serviceorganisation profilieren und ein Sparprogramm umsetzen, das 100 Mill. Schweizer Franken im Jahr bringen soll.

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%