Einstieg bei Safthersteller
Coca-Cola scheitert mit Übernahme an Chinas Regierung

Der US-Getränkeriese Coca-Cola hat bei seiner Expansion in China einen schweren Dämpfer bekommen. Die Regierung in Peking hat den Kauf des größten chinesischen Saftherstellers Huiyuan für 2,4 Mrd. Dollar untersagt.

PEKING. Begründet wurde dies mit kartellrechtlichen Erwägungen. Huiyuan ist mit 42 Prozent Anteil in China der klare Marktführer im Geschäft mit reinen Fruchtsäften, wie etwa Orangen- und Apfelsaft.

Das Handelsministerium in Peking erklärte seine ablehnende Haltung damit, dass der US-Konzern seine führende Marktposition am chinesischen Fruchtsaftmarkt hätte ausnutzen können. Für die Verbrauchern würde dies weniger Auswahl und steigende Preise bedeuten. Das Kaufangebot von Coca-Cola hatte massive Proteste in nationalistischen Kreisen ausgelöst. Es wäre die größte Übernahme einer chinesischen Firma durch einen ausländischen Konkurrenten gewesen.

Beobachter rechnen nun damit, dass die Protektionismus-Debatte neuen Aufwind bekommen wird. Das Interesse an künftigen Übernahmen in China sowie an Investitionen aus dem Ausland könnte nun abflauen. Auch chinesische Firmen, die im Ausland Übernahmen expanieren wollen, könnten künftig auf Probleme stoßen. Gerade die chinesische Führung hat jüngst immer wieder vor protektionistischen Maßnahmen gewarnt - allerdings hatte sie dabei stets den Marktzugang chinesischer Unternehmen im Ausland im Blick.

Es gebe den berechtigten Verdacht, dass China seine Topmarken schützen wolle, so Jörg Wuttke, Präsident der EU-Handelskammer in Peking, zum Handelsblatt. Die Kammer fordere seit langem einen besseren Marktzugang für Ausländer in China. Der Cola-Fall gilt darum wichitiger Test für das neue Antimonopol-Gesetz, das China im August eingeführt hatte. Ob Tankstellen, Windkraftanlagen, Schlachthäuser - mit Blick auf Staatsinteressen hat Peking immer wieder Übernahmen untersagt.

"Peking will seine Marken schützen", kommentiert Renee Tai, Getränkeanalyst von CIMB-GK Securities in Hongkong die Entscheidung. Dabei seien Getränkemarken nicht gerade "politisch sensitiv", zeigt er dafür wenig Verständnis. Das Ministerium weist die Vorwürfe der Abschottung zurück: Seit in Kraft treten des Kartellrechts wurden nach Angaben des Ministeriums 29 Fälle geprüft, 25 mal gab es grünes Licht.

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