Einstieg bei VW
Porsche-Betriebsrat kritisiert Politiker

Porsche-Gesamtbetriebsratschef Uwe Hück übt mit Blick auf den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff massive Kritik an der Einmischung der Politiker bei Volkswagen.

mwb/HB STUTTGART. Der CDU-Politiker vertritt das Land als zweitgrößten Aktionär im VW-Aufsichtsrat und wehrte sich zuletzt vehement gegen die Aufnahme von Porsche-Vertretern in das Gremium. „Anstatt die Kraft in die öffentliche Diskussion zu stecken, müssen betriebliche Lösungen gefunden werden, um die Arbeitsplätze in Wolfsburg langfristig zu sichern“, sagte Hück.

Als Porsche im Jahr 1992 pleite gewesen sei, „haben uns nicht die Politiker aus der Krise herausgeführt, sondern vernünftige Vorstände, Betriebsräte, die IG Metall und die Belegschaft“, sagte Hück, der Mitglied im Porsche-Aufsichtsrat ist, aber auch enge Verbindungen zu seinen Kollegen im VW-Aufsichtsrat hält. Porsche ist seit September mit 18,5 Prozent größter VW-Aktionär.

Hück forderte zudem die deutschen Konzerne auf, nicht immer nur den Shareholder-Value in den Mittelpunkt zu stellen. Dies habe bei Daimler-Chrysler nichts gebracht. „Die Arbeitgeber sollen Geld verdienen und reich werden. Das geschieht aber nicht durch die Börse, sondern durch Produktstrategien und die Belegschaft.“

Porsche zählt zu den profitabelsten Autobauern der Welt. Der Einstieg bei VW hat allerdings jetzt zu Ermittlungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungaufsicht (Bafin) geführt. Die Behörde untersucht bei großen Ereignissen generell die Kursbewegungen. Kommt es zu auffälligen Transaktionen, werden förmlichen Ermittlungen aufgenommen. Die Behörde kann dabei von Banken die Namen der Konteninhaber verlangen. Handelt es sich um Personen mit Insiderwissen, übergibt die Bafin das Verfahren an die Staatsanwälte. Zudem ermittelt die Behörde, ob Porsche den Einstieg bei VW früher hätte bekannt geben müssen. Die Nachricht war schon einen Tag vor der offiziellen Bestätigung bekannt geworden.

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