Einstieg von Katar
Großaktionär fordert Rücktritt der Hochtief-Spitze

Großaktionär Southeastern bemängelt den Rabatt für die Beteiligung von Katar. Der US-Fonds fordert die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat zum Rücktritt auf, "mit sofortiger Wirkung". Hochtief schweigt - dabei melden sich weitere Kritiker zu Wort.
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DÜSSELDORF. Der zweitgrößte Aktionär von Hochtief greift Aufsichtsrat und Vorstand des Baukonzerns scharf an. Das geht aus einem Brief an Aufsichtsratschef Detlev Bremkamp hervor, der dem Handelsblatt vorliegt. Darin fordert der Europachef des US-Fonds Southeastern Asset Management die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat auf, "mit sofortiger Wirkung zurückzutreten", weil beide Gremien den Einstieg von Katar bei dem Konzern genehmigt haben.

Der US-Fonds hält 5,19 Prozent an Hochtief. Er kritisiert vor allem, dass Katar einen deutlichen Rabatt für seine 9,1-prozentige Beteiligung erhalte. Die Katar Holding zahlt 57,114 Euro. Am Tag vor der Ankündigung des Einstiegs notierte Hochtief an der Börse mit 60,12 Euro. Es sei "schockierend", dass der Konzern die Aktien so unter Wert verkaufe, heißt es bei dem Fonds.

Hochtief will sich zu dem Schreiben an den Aufsichtsratschef nicht näher äußern. Der Rabatt für Katar liege "aber absolut im Rahmen des Üblichen", sagte eine Hochtief-Sprecherin.

Beobachter vermuten, dass der Fonds im Übernahmekampf von ACS und Hochtief die Interessen der Spanier vertritt. Denn er ist sowohl am spanischen als auch am Essener Konzern beteiligt. Und erst im August hatte er seine Beteiligung an Hochtief erhöht - kurz bevor ACS im September sein Übernahmeangebot bekanntgab.

Auch die DWS teilt die Kritik von Southeastern Asset Management an der Kapitalerhöhung, die zum Einstieg von Katar nötig ist. "Die Kapitalerhöhung ist zum Nachteil für die anderen Aktionäre, weil sie den Gewinn verwässert. Und der Rabatt verstärkt die Benachteiligung zusätzlich", sagt Henning Gebhardt, Leiter Europäische Aktien der DWS, der Fondsgesellschaft der Deutschen Bank, in Frankfurt.

Kommentare zu " Einstieg von Katar: Großaktionär fordert Rücktritt der Hochtief-Spitze"

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  • Das darf doch nicht wahr sein...diesem US Fonds geht es anscheinend ( wen sollte es erstaunen) wieder mal um kurzfristige Rendite und Dividendenausschüttung. Die wollten Hochtief wohl wirklich verscherbeln.
    Jeder mit einem bischen gesunden Menschenverstand sieht doch, dass der Einstieg von Quatar erhebliches neues baupotential in der Golfregion eröffnet, wo alles wie ein grosser Familien Filz zusammenhängt, und die WM ist nur der Anfang einer Serie von möglichen bauvorhaben.

    Ein wenig mehr politische Unterstützung von der deutschen bundesregierung wär jetzt wirklich wünschenswert..vielleicht sollte dieses dossier angesprochen werden, wenn die spanische REgierung wieder Eurobonds etc haben will. Sollen die doch dann bitte mal ACS an die brust nehmen wenn der deutsche Klingelbeutel wieder mal klingeln soll...die haben doch da ihre Finger 1000 % im Spiel, die spanische REgierung, wenn auch über Ecken. Das ist doch latine Kultur dort, Allianzen hintenrum zu schmieden, aber formal "andere" vorzuschicken. Die spanische inquisition hat es uns vorgemacht, mit sehr viel Erfolg schon damals....

  • Das Management hat hier vollkommen richtig gehandelt. Es war hier wohl eine abgesprochene Hochtief-Schlachtaktion zwischen den Spanier und den Amerikanern in Planung. Mit dem Einstieg des Emirs von Katars wird hier eine wichtige High-Tech Zukunftbranche weiterentwickelt.

  • Man soll doch diese Heuschrecken gesetzlich endlich einmal zum Teufel jagen,
    ihr einziges Ziel ist, sich auf Kosten von Aktionären und Volkswirtschaft die
    Taschen voll zu stecken. Sie lassen dann wie beim Autozulieferer für Gummiteile im Saarland ausgeplünderte Firmen zurück, die die Allgemeinheit sanieren darf.

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