Einstweilige Verfügung
Veolia vermiest RWE Berlinwasser-Verkauf

Der französische Partner Veolia spuckt dem Energiekonzern in die Suppe. Das Unternehmen verlangt eine detaillierte Aufklärung über alle Details. RWE droht damit bei dem geplanten Anteilsverkauf ein Rückschlag.
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Paris/DüsseldorfOsloDer Energiekonzern RWE trifft bei dem geplanten Verkauf seiner Anteile an den Berliner Wasserbetrieben auf Widerstand seines französischen Partners Veolia. Die Franzosen hätten wegen der bevorstehenden Veräußerung des RWE-Anteils von 24,95 Prozent an das Land Berlin eine einstweilige Verfügung eingereicht, sagte eine Veolia-Sprecherin am Dienstag.

Das Unternehmen, das einen ebenso hohen Anteil an den Berliner Wasserbetrieben hält, verlange Aufklärung über alle Details der Verhandlungen. Vorher dürfe ein Kaufvertrag nicht unterzeichnet werden. "Wir können die Ankündigung von Veolia noch nicht beurteilen und daher nicht kommentieren", sagte eine RWE-Sprecherin. Der durch die Atomwende unter Druck stehende Essener Energieriese will eine ganze Reihe von Beteiligungen abstoßen.

Bei den Berliner Wasserbetrieben droht RWE nun ein Rückschlag. Der Versorger wollte den Verkauf seines Anteils in den kommenden Wochen über die Bühne bringen, wie aus dem Umfeld des Konzerns verlautete. Der Kaufpreis solle in einer Größenordnung von 618 Millionen Euro liegen. Finanzchef Rolf Pohlig hatte kürzlich berichtet, dass sich RWE bereits mit dem Berliner Finanzsenator geeinigt habe. Nach Angaben von Finanzsenator Ulrich Nußbaum hatte RWE ursprünglich mehr als 800 Millionen Euro für sein Paket verlangt. Nußbaum hatte diesen Preis als zu hoch zurückgewiesen. Das Land Berlin hält 50,1 Prozent am Wasserversorger.

Veolia erklärte, mit seinem Gang vor das Landgericht Berlin ein rechtlich einwandfreies Vorgehen sicherstellen zu wollen. "Dazu muss der öffentlich angekündigte Verkauf des RWE-Anteils an der gemeinsamen Beteiligungsgesellschaft von Veolia und RWE zunächst aufgehalten werden." Das Gericht habe angekündigt, die Beteiligten zu einer mündlichen Verhandlung zu laden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @Germanenhengst
    Dieser Ton ist ja wohl total daneben! Es geht um die Geschäftsmodelle aller internationalen Konzerne! Mit Privatisierungen extrem überhöhte Renditen einfahren, darum geht es, egal in welchem Land die Konzernzentrale steht. Infos zur Berliner Wasserprivatisierung gitbt es hier: www.berliner-wassertisch.info

  • Schauen Sie einmal in die Verträge! Dann sehen Sie, warum die BerlinerInnen ihr Wasser wiederhaben wollen.
    Übrigens: Nicht ohne Grund hat die Stadt Paris keinen weiteren Vertrag mit Veolia gemacht. Sie haben ihr Wasser zurückgeholt - und der Wasserpreis konnte gesenkt werden. Und es ist alles demokratisch transparent!

  • Baden-Württemberg hat sich über den Tisch ziehen lassen. Wir Berliner haben aber abgestimmt: Alle Verträge kommen auf den Tisch. Wenn Veolia das auch von RWE fordert, dann haben sie recht.
    Das Land Berlin soll alles genau prüfen und bitte nichts übereilen. Nicht nach dem Flughafen noch so eine teure Aktion!

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