Einzelhandel
Luxus-Riese PPR will Töchter abspalten

Der Luxusgüter-Konzern PPR will sich von seinen Einzelhandels-Töchtern trennen. Und zwar so schnell wie möglich. Ziel: Mehr Homogenität im Konzern.
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HB PARIS. Die französische Puma-Mutter PPR soll radikal umgebaut werden. Zum Verkauf stehen die Einzelhandelsmarken Fnac für Bücher und Elektronikartikel, Conforama für Möbel sowie La Redoute für Online- und Katalog-Bestellungen. Es könnte aber zwei bis drei Jahre dauern, die Bereiche zu veräußern und PPR wieder auf die Segmente Luxus, Lifestyle und Sportartikel zu konzentrieren. „Wir werden die Aktivitäten nicht unter Wert verkaufen“, sagte PPR-Chef Francois-Henri Pinault am Donnerstag.

Der Pariser Konzern könne zugleich ergänzende Akquisitionen tätigen. Mehrere potenzielle Ziele würden geprüft. Erst nach dem geplanten Umbau seien aber größere Übernahmen drin, so Pinault. Zu PPR gehören Edel-Marken wie Gucci. An dem fränkischen Sportartikel-Hersteller Puma halten die Franzosen gut zwei Drittel der Anteile. Puma-Chef Jochen Zeitz hatte am Mittwoch gesagt, sein Unternehmen sei sehr zufrieden mit dem Großaktionär und werde auch in Zukunft eine wichtige Rolle im PPR-Konzern spielen.

PPR verdiente 2009 operativ 1,38 Milliarden Euro, vier Prozent weniger als im Jahr davor, lag damit aber leicht über den Analystenerwartungen. Dank Kosteneinsparungen und Wachstum in Schwellenländern sei die Marge bei 8,4 Prozent geblieben. An der Börse in Paris kamen die Zahlen gut an: PPR-Papiere stiegen um zwei Prozent auf 86,46 Euro. Der Umsatz ging um vier Prozent auf 16,5 Milliarden Euro zurück. Die Dividende soll bei 3,30 Euro je Anteilsschein belassen werden.

Der Puma-Nettogewinn fiel 2009 unerwartet stark auf 128 (2008: 233) Millionen Euro, die Dividende wurde klar gekürzt. Für 2010 hält Puma trotz der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika den Ball flach. „Wir müssen weiterhin von einem zurückhaltenden Verbraucherverhalten ausgehen“, so Zeitz. Der Umsatz soll 2010 ohne Währungseffekte mindestens das Niveau von 2009 erreichen, als es knapp 2,5 Milliarden Euro waren. Der Überschuss dürfte dieses Jahr aber angesichts wegfallender Sonderlasten für die eingeleiteten Sparmaßnahmen mindestens um 100 Millionen Euro zulegen.

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