Eisenerz
Kanadisches Erz für deutschen Stahl

Rohstoffe aus der Arktis: Der kanadische Rohstoffkonzern Baffinland Iron Mines beginnt in den kommenden Wochen mit der Förderung von Eisenerzproben aus einer Lagerstätte in der kanadischen Arktis. Europäische Stahlhersteller suchen nach neuen Lieferquellen - und wollen sich vom Preisdiktat der drei großen Bergwerks-Konzerne lösen.

OTTAWA. Das Material soll im Sommer an europäische Kunden geliefert werden, darunter die beiden größten deutschen Stahlproduzenten Thyssen -Krupp und Salzgitter sowie die saarländische Rogesa, die gemeinsame Roheisengesellschaft von Saarstahl und Dillinger Hütte. Testläufe in deren Hochöfen sollen zeigen, ob Qualität und Zusammensetzung des kanadischen Eisenerzes für die Stahlerzeugung geeignet sind. Ist das Ergebnis positiv, könnten in wenigen Jahren jährlich 16 Millionen Tonnen Eisenerz aus der Arktis nach Europa exportiert werden.

Mit seinem Mary-River-Projekt im Norden der Baffin-Insel im kanadischen Arktisterritorium Nunavut zielt Baffinland vor allem auf den europäischen Markt. Die künftige Mine, über deren Bau endgültig erst nach Abschluss einer Machbarkeitsstudie und den Urteilen der Stahlproduzenten entschieden wird, soll jährlich 18 Millionen Tonnen Eisenerz produzieren, von denen 90 Prozent für Europa vorgesehen sind.

Baffinland hat bereits mit europäischen Stahlkonzernen Absichtserklärungen ausgehandelt. Diese sehen zunächst für fünf bis sechs Unternehmen die Lieferung von 250 000 Tonnen Eisenerz vor. "Wir haben das Projekt mehrere Jahre mit den Stahlproduzenten diskutiert", sagt Gordon McCreary, Präsident von Baffinland, dem Handelsblatt. "Mit der Lieferung der Proben wollen wir die Unternehmen überzeugen, dass wir metallurgisch und geologisch das liefern können, was sie brauchen. Das Ziel sind langfristige Lieferverträge." Sollten die Tests zur Zufriedenheit der Europäer ausfallen, könnte Thyssen -Krupp jährlich bis zu drei Millionen Tonnen Eisenerz aus Kanada beziehen. Die Lieferung könnte im Jahr 2014 beginnen. Für Salzgitter und Rogesa sind langfristig jährlich Lieferungen von jeweils einer Million Tonnen vorgesehen.

"Wir müssen sehen, wie Baffinlands Eisenerz mit unserer Technologie zusammenpasst", erläutert ein Sprecher von Thyssen -Krupp Steel in Duisburg. Die Probeläufe seien für Herbst und Winter vorgesehen. Mit einer Entscheidung, ob auf der Basis der Absichtserklärungen Lieferverträge abgeschlossen werden, sei spätestens bis Anfang des nächsten Jahres zu rechnen. Thyssen -Krupp benötigt jährlich rund 16 Millionen Tonnen Eisenerz.

Seite 1:

Kanadisches Erz für deutschen Stahl

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%