Electronic Materials offenbar kurz vor Verkauf
Clariant setzt Neuausrichtung fort

Clariant setzt mit dem Verkauf einer Tochter für organische Chemikalien seine Strategie fort, nicht zum Kerngeschäft gehörende Aktivitäten abzustossen und damit seinen Schuldenberg abzubauen. Zudem will der Schweizer Chemiekonzern nach Informationen aus mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen seine Sparte Electronic Materials für 500 Millionen sfr an die US-Beteiligungsfirma Carlyle verkaufen.

HB LONDON. Carlyle und Clariant seien in fortgeschrittenen Gesprächen, um das Geschäft zu besiegeln, hiess es aus den Kreisen. Beide Parteien wollten die Verhandlungen bis zur Vorstellung der Clariant-Halbjahresbilanz am 5. August abschliessen, sagte eine weitere Quelle. Carlyle und Clariant wollten kein Kommentar abgeben. Ein Clariant-Sprecher bestätigt aber, dass exklusive Verkaufsverhandlungen mit einem Interessenten in einem fortgeschrittenen Stadium seien. Die Sparte Electronic Materials stellt Beschichtungen für Halbleiter und Flachbildschirme her.

Clariant hat laut Angaben vom Dienstag bereits den Bereich Lancaster Synthesis für rund 32 Mill.sfr an die britische Johnson Matthey verkauft. Lancaster setzte mit der Herstellung von organischen Chemikalien im Jahr 2003 mit 225 Mitarbeitern rund 45 Mill. sfr um.

Nach Ansicht von Analysten ist der Preis für Lancaster niedrig. Er entspreche lediglich 0,7 mal dem Umsatz, was angesichts der aktuellen Erholung im Bereich Forschungschemikalien gering erscheine, kommentierte etwa Bernd Pomrehn von der Zürcher Kantonalbank. Zunehmender Preisdruck durch asiatische Billiganbieter dürfte die Lancaster-Aktivitäten belastet haben, so Vontobel-Analyst Martin Vögtli.

Neben dem Bereich Electronic Materials stehen seit dem ersten Quartal 2004 zwei weitere Konzernteile zum Verkauf. Diese so genannten „Projekte 3+4“ sollen laut Clariant zusammen ungefähr 400 Mill. sfr einbringen. Insgesamt will Clariant durch die Veräusserungen von 15 bis 20 % des Umsatzes rund 1,5 Mrd. sfr einnehmen. Der Konzern will die Nettoverschuldung bis Jahresende auf 1,5 Mrd. sfr senken. Per Ende des ersten Quartals 2004 betrug sie 2,9 Mrd. sfr.

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