Elektro-Allianz von BMW, Tesla und Nissan
Die Drei von der Strom-Tankstelle

Elektroautos kommen in Europa nicht in die Gänge. Ein gemeinsames Ladesystem von BMW, Tesla und Nissan könnte der bisher verschmähten Technologie neuen Schub geben. Doch der Weg dorthin wäre kompliziert.
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DüsseldorfDie Zukunft der Mobilität ist bisher ganz schön kompliziert. Wer sich bisher für ein Elektroauto entscheidet, findet sich in einem Labyrinth aus verschiedenen Ladesystemen wieder. Bei den Steckern haben sich die Autobauer mittlerweile auf einen Standard geeinigt, doch längst nicht alle Ladestationen sind für alle Autos geeignet.  

Unterschiedliche Systeme erschweren nicht nur die Suche nach einer passenden Ladesäule, auch für die Hersteller sind doppelte Investitionen in die Infrastruktur ein Ärgernis. Nun könnte eine Allianz der größten Hersteller das Dickicht entflechten. Einem Bericht der „Financial Times“ zufolge planen BMW, Tesla und Nissan die Entwicklung gemeinsamer Ladestationen, die untereinander kompatibel sein sollen.

Das wäre wichtiger Schritt, der den immer noch schwachen Verkäufen der Elektrofahrzeuge wieder neuen Schub geben könnte. Denn die drei Hersteller beherrschen zusammen 80 Prozent des Marktes. Während der Leaf von Nissan das weltweit meistverkaufte Elektroauto ist, gewinnt Tesla neue Marktanteile in der Premiumklasse. Ein Segment, das auch BMW mit seiner Submarke BMW i ins Visier genommen hat. Vor rund 14 Tagen hatte der jüngste Spross, der Sportwagen i8, den Marktstart gefeiert.

Das Problem der Hersteller: trotz aufwändiger Entwicklungsarbeit und milliardenschweren Kampagnen sind Elektroautos bisher weiterhin ein Nischenprodukt. Vom i3, dem vielbeworbenen Elektroflitzer, hat BMW im ersten Quartal 2.022 Stück verkauft. Das ist ein ordentlicher Start, macht aber bisher gerade einmal 0,47 Prozent am Gesamtabsatz der Münchener aus. Nun muss fairerweise erwähnt werden, dass in diesen Zahlen die wichtigen Märkte China und USA noch nicht eingerechnet sind. Dort steht die Markteinführung noch bevor.

Doch selbst wenn der kleine BMW sein geschätztes Marktpotential von 26.000 verkauften Fahrzeugen im Jahr 2014 ausschöpfen sollte, wäre er damit noch weit entfernt von Bestsellern wie der 3er Serie (500.332 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2013) oder dem kompakten SUV-Modell X1 (161.353 verkaufte Fahrzeuge).

Auch BMW braucht darum dringend Rückenwind für die eigene Elektromarke. Ein gemeinsames Ladesystem würde den Käufern immerhin die Angst nehmen, nicht rechtzeitig die nächste geeignete Ladesäule zu erreichen. Doch der Weg zu einem gemeinsamen System ist tückisch. Denn die derzeitigen Ladestationen sind aus gutem Grund nicht kompatibel.

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