Elektro statt Hybrid: Renault schmiedet neuen Angriffsplan

Elektro statt Hybrid
Renault schmiedet neuen Angriffsplan

Der französische Autobauer Renault arbeitet an seinem neuen Strategieplan. Die Hybridtechnologie aus Verbrennungs- und Elektromotor, auf die fast alle Hersteller setzen, wird dabei keine Rolle spielen. Der Daimler-Partner setzt dagegen massiv auf Elektromobilität - und will Mitsubishi bald den Rang als führender Hersteller abjagen.
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DÜSSELDORF. Drive the change", fahr die Veränderung, lautet der wenig frankophil klingende neue Werbespruch des französischen Autoherstellers Renault. Doch der neue Daimler-Partner will sich nicht nur einen neuen Anstrich geben. Nach Worten von Renault-Chef Patrick Pelata hat das Management bereits die Arbeiten an einem neuen Strategieplan aufgenommen, der im Februar 2011 vorgestellt werden soll.

Die Hybridtechnologie aus Verbrennungs- und Elektromotor, auf die fast alle Hersteller setzen, wird dabei keine Rolle spielen: "Ein Voll-Hybrid ist für Renault kein Thema", betonte Pelata. Diese Technologie sei nur für große Wagen interessant. Die Kunden seien nicht bereit, einen deutlichen Preisaufschlag für die aufwendige Technologie zu zahlen. Die Franzosen setzen dagegen massiv auf Elektromobilität und wollen Mitsubishi bald den Rang als führender Hersteller abjagen.

Pelata und Renault-Nissan-Konzernboss Carlos Ghosn unternehmen damit einen neuen Anlauf, Renault auf eine Zukunftsvision einzuschwören. Die bisherigen Erfahrungen mit Strategieplänen sind nicht gerade ermutigend: Bereits im Jahr 2006 hatte Ghosn Renault mit dem sogenannten "Contract 2009" einen Drei-Jahres-Plan verordnet.

Die Franzosen sollten damit zum ertragsstärksten Massenhersteller Europas werden und in der Oberklasse wichtige Punkte machen. Doch der Plan floppte grandios und ging spätestens im Strudel der Finanzkrise unter. Dennoch will das Management nicht auf einen neuen Strategieplan verzichten. "So etwas ist wichtig, um die Mannschaft zu motivieren", heißt es im Konzern.

Konkret soll der kommende Strategieplan erneut Ziele für Profitabilität, Wachstum sowie Qualität nennen und zugleich Ziele für die Massenproduktion von Elektroautos nennen. "Wir wollen der erste Hersteller sein, der E-Autos als Massenprodukt anbietet", lautet die Kampfansage von Pelata. Bereits Ende 2012 werde Renault eine Kapazität für 190 000 bis 200 000 E-Mobile aufbauen. Der japanische Konkurrent Mitsubishi, der mit dem I-Miev das meistverkaufte Elektroauto anbietet, kommt dagegen bisher nur auf Stückzahlen von mehreren Tausend Exemplaren.

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