
TOKIO. Die Farbentwickler von Nissan hatten ganze Arbeit geleistet. Besteht die Erde nicht vor allem aus Wasser? Also mischten sie über Monate eine eigene Farbe zusammen, um der Welt am Ende ihren Hoffnungsträger auf eine abgasfreie Zukunft zu präsentieren. „Aqua Globe“, ein kühles Blau, ziert nun die erste Version des Elektroautos Leaf, die Vizepräsident Takao Katagiri unlängst in Yokohama präsentierte. Dass „Leaf“ eigentlich Blatt heißt und Blätter grün sind, konnte Katagiri in seinem Enthusiasmus nicht bremsen. „Elektroautos sind nicht mehr länger Fahrzeuge der Zukunft“, rief er. „Sie sind normale Autos“.
In Japan ist der Startschuss im Rennen um den Automarkt der Zukunft gefallen. So kündigte Katagiri an, dass Nissan den Leaf ab Dezember dieses Jahres für 3,76 Mio. Yen (umgerechnet rund 29 600 Euro) an den Käufer bringen wird. Abzüglich staatlicher Subventionen liegt der Verkaufspreis damit bei knapp drei Mio. Yen. Konkurrent Mitsubishi reagierte prompt. Der Konzern gab noch am selben Tag bekannt, den Preis für seinen Elektrowagen iMiEV, seit dem 1. April das einzige wirklich schon verfügbare Produkt für Privatleute, um 619 000 auf 3,98 Mio. Yen zu senken - um mit staatlichen Geldern sogar die Marke von drei Mio. Yen zu unterschreiten.
Öko-Autos sind in. Angesichts zunehmendem Umweltbewusstseins und speziell auf grüne Technologie abzielende staatliche Initiativen wird die Nachfrage nach ihnen stetig steigen, da sind sich die Experten einig. Laut dem Marktforschungsinstitut Fuji-Keizai wird der Markt für Elektro- und Hybridautos 2015 rund zwölf Billionen Yen (über 94 Mrd. Euro) wert sein. Noch sind die Japaner auf diesem Markt der Welt ein Stückchen voraus.
Derzeitiger Vorreiter sind Hybrid-Modelle, also Misch-Antriebe aus Elektro- und Benzinmotor, an deren Spitze der Toyota Prius steht. Toyota verkaufte von seinem Bestseller 2009 bereits 209 000 Stück.
Batterien und Infrastruktur geben den Ausschlag
Auf Dauer wird diese Vorreiterrolle bei der Entwicklung des Antriebs aber nicht das große Geld garantieren. Batterien und Infrastruktur werden den Ausschlag geben, glauben Fachleute. „Wir gehen davon aus, dass 2015 die Massenproduktion der nächsten Generation von Lithium-Ion-Batterien mit hoher Energiedichte zu akzeptablen Kosten möglich sein wird ", sagte Satoshi Nagashima von der Unternehmensberatung Roland Berger in Japan dem Handelsblatt. „Erst dann werden die Verkaufszahlen signifikant zunehmen.“
Nagashima hat in einer Studie den Markt der „Next Generation Vehicles" untersucht. Danach werden sich vor allem Hybrid-Motoren weiter behaupten. Nach seiner Untersuchung wird der Markt für Öko-Autos im Jahr 2020 rund 50 Prozent des Gesamtvolumens ausmachen mit etwa 80 Mio. verkaufter Fahrzeuge, wovon rund 40 Prozent dann noch immer Hybrid-Varianten sein werden – Modelle mit Motorstopp-Varianten und Brems-Energienutzung eingeschlossen. Denn in der Reichweite und der Möglichkeit, die Autos nicht mehr oder nur selten aufladen zu müssen, steckt der Schlüssel zum Erfolg.
Der einzige Fehler der Japaner ist (noch!), dass sie mit Strom heizen anstatt bewährte "Stand"heizungen a la Webasto, Eberspächer oder Truma von vornherein mit anzubieten.
Abgesehen davon muß ein E-Auto ein "vollwertiges" Stinkerauto für Otto Normalbenzinverbraucher gar nicht ersetzen, da er dessen "Vollwert" nur in den seltensten Fällen wirklich benötigt.
Warum nicht z.b. ein E-Auto für den Alltag, und Carsharing/Mietwagen für die wenigen Urlaubs- und sonstigen Langstreckenfahrten?!
Flexible Mobilität ist die Zukunft, nicht alte Auspuffideologien.
ach ne, Roland berger muss mal wieder Werbung in eigener Sache machen und Käse in der Welt herumposaunen
wo müssten heute Autos mit brennstoffzellen stehen? ach neeeee .... haha
ein reines Elektroauto wird NiE in der Lage sein, ein Auto mit klassischem Verbrennungsmotor vollwertig zu ersetzen, es sein denn, Agassi setzt sich mit seiner idee durch.
der ist einer der wenigen, der wirklich erfasst hat, wo das Kernproblem liegt
2 Kommentare
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