Elektroauto
Daimler und RWE wagen den Alltagstest

Ein Bündnis der ungewöhnlichen Art: Daimler-Chef Dieter Zetsche und RWE-Boss Jürgen Großmann geben sich als große Smart-Fans. Zumindest, wenn der kleine Flitzer mit Strom angetrieben wird. Die beiden Konzerne machen beim Thema Elektroauto gemeinsame Sache.
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DÜSSELDORF. Parallel zum Pilotprojekt "BeMobility", das öffentlichen Verkehr und Elektromobilität verknüpfen will, treiben Autohersteller und Versorger in Berlin weitere Projekte voran. Die Vorstandschefs von Daimler, Dieter Zetsche, und RWE, Jürgen Großmann, übergaben gestern die ersten mit Elektrizität angetriebenen Smart an Kunden und nahmen Ladesäulen offiziell in Betrieb. Vattenfall Europe testet schon seit Monaten mit Partner BMW den Einsatz von E-Minis.

Insgesamt will Daimler im Rahmen des Großprojekts mit RWE 100 Elektrofahrzeuge in Berlin anbieten. Neben dem Kleinwagen Smart sollen auch Wagen der A-Klasse mit Batterie zur Verfügung stellen. Der Autohersteller vermietet die Fahrzeuge an ausgewählte Flotten-, Geschäfts- und Privatkunden und kümmert sich um Service und Wartung. RWE stellt die Ladeinfrastruktur mit rund 500 Ladepunkten bereit. Der Versorger ist für deren Betrieb, die Lieferung von Ökostrom und die zentrale Systemsteuerung zuständig. Neben öffentlichen Stationen erhalten die Kunden auch eine Ladebox für zuhause. Mit RWE schließt der Kunde einen Stromvertrag ab. Die Abbuchung erfolgt automatisch beim Laden. Mit einer intelligenten Steuerungstechnik soll es unter anderem möglich sein, dass das Auto, wenn es längere Zeit parkt, zu günstigen Zeiten geladen wird, vor allem Nachts, wenn der Stromverbrauch niedrig ist.

Das Angebot ist bislang aber nur für Großkunden erschwinglich, die die Autos für Werbezwecke nutzen müssen. Pro Monat sind je Paket rund 830 Euro inklusive Steuern fällig. für 18 Monate erhält der Kunde dabei den Strom kostenlos. Daimler-Chef Zetsche verwies auf die weiterhin hohen Kosten für die Batterietechnik. Die Reichweite des Smart liegt bei 135 Kilometer. Innerhalb von drei bis vier Stunden kann

Vattenfall und BMW testen seit dem Sommer in Berlin die Alltagstauglichkeit von elektrisch angetriebenen Minis. An dem Projekt neben 50 Personen teil. Unter der Leitung des Verkehrsforschungsexperten Professor Josef Krems von de Technischen Universität wurden Daten wie Nutzungsdauer, Ladedauer oder Ladezeitpunkt erhoben. In dieser Woche präsentierten die beiden Partner erste Ergebnisse der Studie: Fazit: Die nach wie vor beschränkte Reichweite von Elektroautos beeinträchtigt die Bürger nicht, auch die Ladezeiten sind akzeptabel. Die Fahrer laden ihr Autos überwiegend zuhause. Öffentliche Ladesäulen sind in der Nähe des Arbeitsplatzes, in öffentlichen Garagen, in Einkaufzentren oder an Bahnhöfen und Flughäfen gewünscht.juf

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  • Diese alte idee, damals noch ohne Steckdose,schmeckt wie kalter Kaffee und wird ebenso scheitern weil es umständlich und überhaupt nicht energieeffizient ist. Dieses P+R ist nicht nur national gescheitert, sondern international, d.h. in den sogenannten entwickelten Ländern.

    Derzeit sind weltweit ca. 750 Mio. PKW`s zugelassen. bis 2050, so schätzt man, werden es 3 Mrd. Autos sein. Der Zuwachs wird zwar hauptsächlich in den sogenannten Schwellen- und Entwicklungsländern erfolgen, aber geben die zur Verfügung stehenden Ressourcen das her?

    Ob Öl oder Lithium, der Preis wird sich enorm entwickeln. Und wie wird das kompensiert? Zunächst einmal werden die billiglohnländer Zufluchtsort für unsere industrie weil dort auch gleichzeitig der größere Markt ist. Die Facharbeiter und ingenieure werden folgen, womit der demografische Wandel noch beschleunigt wird. Übrig bleiben die Alten und ein marodes öffentliches Verkehrssystem, denn wer sich von denen noch ein 100 000 Euro teures E-Mobil leisten kann, wird dorthin abwandern, wo das Wetter besser ist.

    Die Lösung des Problems wird daher sein, auf Verkehrsvermeidung zu setzen indem örtliche Autarkheit hergestellt wird, mit kompakten baustrukturen die Gebäudeklimatisierung alleine durch Wärmerückgewinnung zu bewirken, den ÖPNV völlig aufzugeben und auf der basis der Magnetschwebetechnik/Photovoltaik alle 3 Verkehrsträger (Schiene, Straße, Luft) zusammen zu fassen.

    Siehe: http://www.bps-niedenstein.de/

  • e-cars

    kommen eher als ich dachte. Das ist gut. Leider sind noch viel zu teuer. Eine leasing rate von E 830 pro monat entpricht bei einem Zins von 5% einem Kaufpreis von E 1oo.ooo. Kann der Staat nicht mal was Gutes tun und helfen den Preis auf ein erschwingliches Mass reduzieren?

    Aber auch ohne das wird die batterietechnik sich schnell verbessern (insbesondere in Japan wo die Entwicklung dieser Technik ein "national Project" ist, was heisst, dass der Staat die Entwicklung und Finanzierung bis zur Marktreife koordiniert.

    ihr
    Rainer Repke

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