Elektroautobauer Tesla legt sich nach tödlichem Unfall mit US-Behörde an

Elon Musks Firma kündigte eine Beschwerde beim Kongress an. Bei der Produktion des Model 3 scheinen die Probleme indes anzuhalten.
Update: 13.04.2018 - 12:18 Uhr Kommentieren

Tödlicher Crash bei Tesla – Autonomes Fahren in der Krise

Tödlicher Crash bei Tesla – Autonomes Fahren in der Krise

Washington/Palo AltoDer Elektroautobauer Tesla liegt im Clinch mit einflussreichen Unfallermittlern wegen der Aufklärung des jüngsten tödlichen Crashs mit eingeschaltetem „Autopilot“-Assistenzsystem. Das National Transportation Safety Board (NTSB), das auch die Aufklärung von Flugzeugunglücken führt, schloss Tesla am Donnerstag in einem ungewöhnlichen Schritt von der Mitwirkung an der Untersuchung aus.

Zuvor hatte die Firma die Vereinbarung zur Kooperation bereits ihrerseits aufgekündigt. Später heizte Tesla die Lage weiter an und kündigte sogar eine Beschwerde über die Behörde beim US-Kongress an.

Im Zentrum des Streits steht der Vorwurf, Tesla habe sich nicht daran gehalten, während der Ermittlungen keine Informationen zum Unfall zu veröffentlichen. Das Unternehmen hatte nach dem Unfall dem dabei ums Leben gekommenen Fahrer die Schuld gegeben und dies mit Daten aus dem Fahrzeug gestützt.

Nachdem die Familie des Fahrers von früheren Problemen mit dem Autopilot-System an der Unfallstelle sprach, bekräftigte die Firma ihre Sicht der Dinge. Tesla habe ohne Erlaubnis Informationen an die Öffentlichkeit gegeben, teilte das NTSB mit. So etwas führe häufig zu „Spekulationen und falschen Annahmen“.

Die übliche Vereinbarung zwischen dem NTSB und Herstellern sieht einen Austausch von Informationen vor - die Firmen dürfen sich aber auch nur mit Erlaubnis der Ermittler zu dem Unfall äußern. Das Abkommen sei „inakzeptabel“, da es für mehr als ein Jahr untersage, Informationen zum Fahrassistenten „Autopilot“ zu veröffentlichen, erklärte Tesla.

Doch damit nicht genug: Später legte die Firma von Tech-Milliardär Elon Musk nach und griff die Behörde scharf an. Das NTSB kümmere sich mehr um Schlagzeilen als um Sicherheitsfragen, hieß es. Die Behörde habe selbst wiederholt unvollständige Informationen an die Medien durchgestochen und damit ihre eigenen Regeln verletzt. „Wir werden eine offizielle Beschwerde beim Kongress einreichen.“

Bei dem tödlichen Unfall war am 23. März ein Tesla Model X auf einer Autobahn im kalifornischen Silicon Valley gegen einen Beton-Poller gefahren. Mit dem „Autopilot“-System hatte es bereits zuvor Unfälle gegeben. Laut Tesla ist die Erklärung für den tödlichen Zwischenfall ein Versagen des Fahrers. Dieser habe mehrere visuelle und eine akustische Warnung bekommen – und etwa fünf Sekunden Zeit und 150 Meter Entfernung bis zum Aufprall gehabt. Seine Hände seien vor der Kollision sechs Sekunden lang nicht auf dem Lenkrad gewesen.

Das sind die weltweit meistverkauften Business-Limousinen
Platz 10: Tesla Model S
1 von 10

Limousinen der Oberen Mittelklasse sind als Dienstwagen besonders gefragt. In Deutschland dominieren E-Klasse, A6 und 5er das Bild. Doch wie sieht es weltweit aus? Die Marktbeobachter von Focus2move haben die Verkaufszahlen in dem Segment ausgewertet und eine Rangliste erstellt.

Erstmals hat es auch ein Elektroauto unter die besten zehn Modelle geschafft: Mit 60.712 Verkäufen, was einem Plus von 11,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, belegt das Model S von Tesla diesen Platz...

Platz 9: Toyota Crown
2 von 10

Das Model S ist auch in Europa bekannt. Doch jetzt folgen einige Autos, die nur auf anderen Kontinenten verkauft werden. Wie der Toyota Crown etwa, der in Asien und Amerika auf 64.459 Einheiten (plus acht Prozent) kommt.

Platz 8: Nissan Maxima
3 von 10

Beim Nissan Maxima fällt das Wachstum mit 3,7 Prozent deutlich geringer aus als beim Crown oder Model S. Mit 75.985 Einheiten liegt er im Verkaufs-Ranking dennoch vor den beiden anderen Limousinen.

Platz 7: Ford Taurus
4 von 10

Einige Modelle amerikanischer Hersteller verloren sogar Marktanteile. Beim Ford Taurus sanken im vergangenen Jahr die Verkäufe auf 80.231 Autos, was 14,3 Prozent unter dem Vorjahr liegt.

Platz 6: Chevrolet Impala
5 von 10

Mit einem Minus von rund 25 Prozent die größten Einbußen verzeichnete der Chevrolet Impala, der mit 87.816 Autos von fünf auf Position sechs rutschte.

Platz 5: Hyundai Grandeur
6 von 10

Den größten Sprung von zehn auf fünf machte der Hyundai Grandeur, der mit 132.162 Exemplaren über 92 Prozent zulegen konnte.

Platz 4: Skoda Superb
7 von 10

Gegenüber 2016 unverändert auf Platz vier rangiert der Skoda Superb, von dem 141.107 Fahrzeuge (zwei Prozent weniger) verkauft wurden.

Unterdessen dauern die Schwierigkeiten bei Teslas Hoffnungsträger Model 3 an. Die bislang massiv hinter den eigenen Zielen zurückgebliebenen Fertigungszahlen dürften für Kunden, die auf ihr Auto warten, zu einer „Zeitverschiebung“ von sechs bis neun Monaten führen, sagte Musk dem Sender CBS. Davon seien drei Monate aber schon vergangen und man mache Fortschritte. „Sie werden Ihr Auto definitiv bekommen“, versprach der Tesla-Chef. Musk räumte ein, dass einige der Hunderttausenden Vorbestellungen inzwischen storniert wurden.

Die Erwartungen an Teslas ersten Mittelklassewagen für den Massenmarkt sind enorm hoch. Das ab 35.000 Dollar erhältliche Auto soll die Firma und damit auch die E-Mobilität von der Nische in den Mainstream bringen. Doch beim Anlauf der Serienfertigung hakt es bislang gewaltig, Musks ehrgeizige Ziele mussten schon mehrfach nach hinten verschoben werden.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Elektroautobauer - Tesla legt sich nach tödlichem Unfall mit US-Behörde an

0 Kommentare zu "Elektroautobauer: Tesla legt sich nach tödlichem Unfall mit US-Behörde an"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%