Elektroautopionier
Tesla rüstet Autos zum Selbstfahren auf

Jedes Modell von Tesla wird ab sofort mit neuer Hardware aufgerüstet, um künftig allein fahren zu können. Kritik vom Kraftfahrt-Bundesamt weist Tesla-Chef Elon Musk zurück, die Technik würde Menschenleben retten.

New YorkElon Musk nannte es „Hardware 2“: Jedes Tesla-Modell wird derzeit mit acht statt einer Kamera und einem Dutzend Ultraschall-Sensoren ausgestattet. Deren Daten wertet ein Bordcomputer aus, der 40 Mal schneller als der von seinen Vorgängermodellen arbeitet. Mit ihnen kann das Auto in einem 360 Grad-Winkel bis zu 250 Meter voraussehen und „das höchste Niveau“ von autonomer Fahrtechnik erreichen, wie Musk sagte.

Mit der Technik können Teslas Fahrzeuge theoretisch allein fahren. Praktisch aber nicht: Die dafür nötige Software soll erst in Abstimmung mit jeweiligen Aufsichtsbehörden aufgespielt werden. “Wichtig ist es, dass wir das Fundament für selbstfahrende Autos legen”, sagte Musk. Alle zwei bis drei Monate würde es einen Upgrade geben, zum ersten Mal Ende 2016.

Die neue Hardware ersetzt den bisherigen Autopiloten im Model S und Model X. Hintergrund ist ein Streit mit Hersteller Mobileye, der sich vor einigen Monaten nach einem Unfall eines selbstfahrenden Teslas von der Firma trennte.

Das Projekt ist teuer für Tesla, statt wie bislang 3000 Dollar gibt es jetzt 8000 Dollar je Fahrzeug aus. Die Technik kommt auch in das neue Model 3, das Mitte 2017 produziert wird und 35.000 Dollar kosten soll. „Das ist eine große Verpflichtung zu selbstfahrender Technik, die Tesla im Voraus eingeht“, sagte Karl Brauer, Analyst von Branchendienst Kelley Blue Book, „andere Hersteller tun das nicht“.

Musk hat wenig Verständnis für das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt, das Anstoß an Teslas bisherige Bezeichnung „Autopilot“ in seinen Fahrzeugen nahm: Der Ausdruck würde Kunden „irreführen“. Laut Musk würden solche negativen Berichte Menschen die autonome Autotechnik „ausreden“, was „Menschenleben kostet“. Die Technik sei „mindestens zweimal“ so sicher wie ein menschlicher Fahrer.

Der Autor ist Managing-Editor des Handelsblatts in den USA. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Thomas Jahn
Handelsblatt / Korrespondent New York
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