Elektroautos
BMW baut Spannung auf

Der BMW-Konzern stellt die Weichen für den Bau von Elektroautos. Die Münchener wollen in absehbarer Zeit einen Batteriepartner und einen Produktionsstandort für die sogenannten „Megacity-Vehicles“ präsentieren. Ein erster Großversuch läuft, doch noch sind die Batterien zu schwer, leistungsschwach und teuer. BMW muss sich sputen.

MÜNCHEN. Nachdem Vorstandschef Norbert Reithofer den Marktstart noch vor 2015 verkündet hat, steht das Unternehmen vor weitreichenden Entscheidungen. So will der Münchener Automobilkonzern bis Ende des Jahres festlegen, ob neben BMW, Mini und Rolls-Royce eine vierte Konzernmarke gegründet wird. Auch ein Batteriepartner und ein Produktionsort für die sogenannten „Megacity-Vehicles“ muss noch gefunden werden. Sicher ist, dass sowohl Autos als auch eine Art Motorroller angeboten werden. Die Kleinfahrzeuge werden mit geringer Reichweite für den Pendelverkehr in Metropolen ausgelegt.

„Wir müssen den Automobilbau teilweise neu erfinden“, sagt Ulrich Kranz im Gespräch mit dem Handelsblatt. Kranz ist Leiter des Entwicklungsteams „Project I“; der konzerneigene Think Tank arbeitet seit zwei Jahren an der neuen Fahrzeugserie. „Wir konzentrieren uns auf das elektrische Fahren, wollen das Fahrzeug aber auch mit einem sparsamen Verbrennungsmotor anbieten“, sagt Kranz. „Nachhaltigkeit ist der rote Faden des Projektes.“

BMW knüpft zum Teil an Entwicklungen der vergangenen Jahre an. So dürfte der 2003 eingestellte Kabinenroller „C1“ in veränderter Form wieder auf den Markt kommen. Als ersten Großversuch hat die Konzerntochter Mini 500 Elektroautos in den USA, England und Deutschland auf die Straße geschickt. Die 205 PS starken Autos sollen Erkenntnisse über die Lithium-Ionen-Batterien liefern. Die Batterien sind die Schlüsseltechnik, zur Zeit aber noch zu schwer, zu leistungsschwach und zu teuer für den flächendeckenden Einsatz.

Die Münchener müssen sich sputen, die Konkurrenten sichern ebenfalls ihre Claims. So investiert Daimler einen Teil seiner jüngsten Kapitalerhöhung des Großinvestors Abu Dhabi in die Entwicklung von Elektroautos. Erst in der vergangen Woche haben sich die Stuttgarter bei dem US-Elektroauto-Hersteller Tesla eingekauft, der bereits serienmäßig elektrisch betriebene Sportwagen herstellt. Mit Evonik will Daimler Hochleistungsbatterien produzieren. Volkswagen und Audi haben sich in der Lithium-Ionen-Technik mit Sanyo und Panasonic verbündet.

„Es ist noch zu früh, sich auf einen Hersteller von Batteriezellen festzulegen“, betont BMW-Manager Kranz. Die Münchener werden bei ihren Elektroautos auf die Technik der dominierenden japanischen und chinesischen Hersteller von Batteriezellen zurückgreifen müssen. „Es ist aber unser Ziel, eine hohe Wertschöpfung zu halten“, erklärt Kranz. „Die Zellherstellung ist nicht unser Thema, das Zellenmanagement und die Leistungselektronik aber schon“. Auch beim Antrieb will sich BMW nicht in die Abhängigkeiten von Zulieferern begeben. „Die Elektromotoren sind ein Kernstück der Technik, die wollen wir im Haus halten.“

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