Elektroautos

BMW und Opel fordern staatliche Starthilfe

Die Hoffnungen sind groß, doch auf der Straße sind Elektroautos weiterhin eine Rarität. Auf der Handelsblatt-Jahrestagung Automobilität sorgen sich Opel und BMW um ihre Investitionen und rufen nach Staatshilfe.
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Der Ampera ist Opels große Hoffnung auf dem Elektromarkt. Quelle: dapd

Der Ampera ist Opels große Hoffnung auf dem Elektromarkt.

(Foto: dapd)

MünchenBMW und Opel fordern Subventionen für Elektroautos, damit ihre teuer entwickelten Fahrzeuge keine Ladenhüter werden. BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer sagte am Donnerstag in München, die Bundesregierung wolle in acht Jahren eine Million Elektrofahrzeuge auf der Straße haben. „Doch im vergangenen Jahr wurden gerade einmal 2000 verkauft, davon 100 an Privatkunden“. Damit trotz der hohen Preise mehr gekauft würden, brauche es Anreize „zum Beispiel aus dem Steuerrecht“.

BMW i: Praktisch, schnell, elektrisch

Opel-Technikvorstand Rita Forst sagte auf der „Handelsblatt“ -Auto-Jahrestagung in München: „Es bringt nichts, nur ein paar Pilotfahrzeuge und Schaufensterprojekte zu haben.“ Die Kunden erwarteten bezahlbare Alternativen hier und jetzt, aber „der Kaufpreis stellt ein großes Problem dar“. In Frankreich und einigen anderen Ländern gebe es Subventionen. Wenn Europa den Abschied von fossilen Energien wirklich ernst meine, „dann sind finanzielle Anreize die einzige logische Konsequenz“, sagte Forst. „Die Autoindustrie braucht weitere, stärkere Unterstützung.“ Denn am Ende des Tages müsse sie mit Elektroautos auch Geld verdienen.

Professor Stefan Bratzel vom Zentrum für Automotive Management in Bergisch Gladbach sagte am Rande der Tagung der dpa: „Reine Elektromobilität wird eine kleine Nische bleiben.“ Der Ruf nach Subventionen werde in der Finanzkrise kaum erfolgreich sein. In Frankreich gehe es trotz Subventionen nicht richtig voran, auch dort seien nur ein paar tausend Fahrzeuge verkauft worden. Weil Benzin- und Dieselmotoren immer sparsamer würden, werde die Hürde für den Kauf eines Elektroautos noch höher. Die Autoindustrie sollte Plug-in-Hybridautos durch größere Stückzahlen billiger machen, sagte Bratzel.

Reithofer erwartet für Hybrid- und Elektroautos zusammen bis 2020 einen Marktanteil von 7 bis 15 Prozent. In den USA bekämen Elektroautos bei den Vorgaben für den zulässigen Flottenverbrauch der Autohersteller einen Bonus. In Europa wolle die EU-Kommission den CO2-Ausstoß drastisch senken. Aber den CO2-Ausstoß der BMW-Flotte von heute 148 auf 100 Gramm zu senken, sei „eine gewaltige Herausforderung“. Um solche Grenzwerte zu erreichen, müssten kleinere Autos gebaut und mittelgroße Autos auch mit Dreizylindermotoren ausgerüstet werden. BMW werde sein Angebot an Hybridautos ausbauen und Ende 2013 mit der Serienfertigung des Elektro-BMW i3 starten.

Beim Übergang auf neue Technologien täten sich die Hersteller am schwersten, „die mit alten Technologien noch erfolgreich sind“, sagte Reithofer. BMW, Daimler und Volkswagen sonnten sich im Erfolg ihrer Verbrennungsmotoren, die Käufer verlangten sie. Aber das könne leicht den Blick auf die Zukunft trüben.

Diese Elektroautos warten bereits auf Käufer
leaf
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Er ist ein Pionier in Sachen Elektromobilität: Der Nissan Leaf rollte schon 2009 rein batteriebetrieben auf den Markt, als viele Hersteller über solche Konzepte nur redeten. Und er ist nun das erste Elektroauto, das bereits eine Modellpflege erfährt. Die Karosserie wurde etwas windschnittiger, die Reichweite etwas größer.

Plus: Geräumige, alltagstaugliche Elektro-Limousine, guter Fahrkomfort, unproblematische Fahreigenschaften, geringe Abrollgeräusche, ausreichende Fahrleistungen, einfach zu bedienen.

Minus: Unübersichtliche Karosserie, Reichweite nur knapp 200 km, lange Ladezeiten, hohe Anschaffungskosten, unsicherer Wertverlust.

Grundpreis: 29 690 Euro

Lithium-Ionen-Batterie, AC-Synchronmotor, Leistung 80 kW/109 PS, Antrieb auf die Vorderräder,

automatisches Einganggetriebegang,

Beschleunigung von Null auf 100 km/h in 11,5 Sek.,

Höchstgeschwindigkeit 144 km/h, Reichweite 199 km.

tesla
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Das Model S von Tesla, das im Juli 2012 vorgestellt wurde, ist eine Limousine mit Premiumanspruch und wurde von Grund auf als Elektroauto konzipiert. Die steife Karosserie, die Achslastverteilung von nahezu 50 zu 50 und der tiefe Schwerpunkt sollen dem Auto die Agilität eine Sportwagens und die Fahr- und Komfortmerkmale einer Luxuslimousine verleihen. Für dieses Konzept hat Tesla bereits mehrere Preise und Auszeichnungen erhalten. Tesla möchte mit diesem Auto vor allem das Hauptmanko eines Elektrofahrzeugs vergessen lassen – die Reichweite. Je nach Batteriekapazität, 40 kWh, 60 kWh oder 85 kWh, verspricht der Hersteller Reichweiten von 256 km, 370 km oder gar 480 km. Der Motor leistet 270 kW/362 PS, beschleunigt in 5,6 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 209 km/h.

Bemerkenswert ist ein 17-Zoll-Touchscreen, über den das Fahrzeug bedient wird; natürlich mit allen Möglichkeiten, die das Internet bietet, einschließlich der Navigation. Inzwischen ist der US-Preis auf rund 46.000 Euro ab 2013 erhöht worden. Weltweit sollen dafür bereits 13.000 Bestellungen vorliegen. Europäer, die das Model S kaufen möchten, müssen erst einmal 4.000 Euro Reservierungszahlung leisten. Im August 2013 soll es auf den deutschen Markt kommen.

Im niederländischen Tilburg will Tesla Motors künftig die beiden Modelle Tesla Roadster und Model S montieren und rundum betreuen. Die Tilburger Außenstelle wird die Fahrzeuge in die europäischen Märkte liefern, als zentrales Ersatzteillager fungieren, Händler schulen, Teile reparieren und wiederaufbereiten.

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Renault Twizy

Mit futuristischem Design und ohne echte Türen kommt der Twizy daher. Der Zweisitzer ist besonders klein und wendig und für den Stadtverkehr konzipiert. Er kann an jeder Haushaltssteckdose aufgeladen werden. Unseren Fahrtest der Handelsblatt Online-Redaktion lesen Sie hier ...

Marke: Renault
Modell: Twizy Urban
Grundpreis (inkl. MwSt): ab 7.690 Euro, zusätzlich fallen mindestens 50 Euro Batteriemiete pro Monat an
Reichweite (in km): 100
Höchstgeschwindigkeit (km/h): 80
Stromverbrauch (kWh/100km): 6,3

Quellen:
Herstellerangaben und eigene Recherchen von Wiwo.de und Handelsblatt Online

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Kangoo Rapid

Der Elektro-Kangoo soll den städtischen Lieferverkehr sauberer und leiser machen. Er bietet mit bis zu 3,5 Kubikmetern Laderaum soviel Platz wie sein konventioneller Dieselbruder. Das ist möglich, weil die Batterien im doppelten Ladeboden verschwinden. Mit 60 PS ist der Elektro-Kangoo ausreichend schnell.

Marke: Renault
Modell: Kangoo Rapid Z.E.
Grundpreis (inkl. MwSt): 23.800 (+ 86 Euro monatlich fürs Batterie-Leasing)
Reichweite (in km): 160
Höchstgeschwindigkeit (km/h): 130
Stromverbrauch (kWh/100km): nicht bekannt

renault zoe
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Mit dem Zoe gibt das bereits vierte Elektroauto von Renault sein Deutschlanddebüt. Die Auslieferung des völlig neu entwickelten Fünftürers mit 65 kW / 88 PS starkem Elektromotor beginnt Ende 2012. Renault verspricht eine Reichweite von bis 210 Kilometern. Das Ladesystem „Chamäleon“ soll eine Schnellladung mit 400 Volt in nur 30 Minuten auf 80 Prozent der Ladekapazität ermöglichen.

Der Renault Zoe hat einen Einstiegspreis von 20.600 Euro. Dazu kommt die Miete für die Lithiumionen-Akkus. Sie ist abhängig von der Kilometerleistung und Laufzeit und beginnt bei 79 Euro pro Monat.

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Zero

Der Tazarri Zero kommt aus der Formel-1-Stadt Imola und ist laut Anbieter das „weltweit schönste Citycar“. Nun ja…
Zumindest im Elektro-Kleinstwagensegment liegt der Zero mit seinem Italo-Design aber weit vorn.

Marke: Tazarri
Modell: Zero
Grundpreis (inkl. MwSt): 24.499 Euro
Reichweite (in km): 140
Höchstgeschwindigkeit (km/h): 100
Stromverbrauch (kWh/100km): 13,5

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Volvo C30 Electric

Vom C30 des schwedischen Autobauers sollen europaweit nur 250 Exemplare ausgeliefert werden. Das Auto ist nur für drei Jahre zu leasen. Die Batterieladedauer ist mit 8 bis 10 Stunden verhältnismäßig hoch.

Marke: Volvo
Modell: C30
Grundpreis (inkl. MwSt): 1.131 Euro Monatsrate bei drei Jahren Leasing
Reichweite (in km): 163
Höchstgeschwindigkeit (km/h): 130
Stromverbrauch (kWh/100km): 15

  • dpa
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6 Kommentare zu "Elektroautos: BMW und Opel fordern staatliche Starthilfe"

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  • Mehr Subventionen für elektroautos würde ich mir auch wünschen. Mit einem Elektroauto fast lautlos zu fahren, ist schon etwas besonderes. Ich war mit dem Ampera unterwegs und bin die ganze zeit fast nur elektrisch gefahren. Mit solchen autos kann man den CO2-Ausstoß stark reduzieren und das ist besonders in grossen städten sehr wichtig für die Lebensqualität

  • Tja, hat man auf einen Medienhype gesetzt, der nicht fliegt. Jetzt nahc dem Staat brüllen. Wie war das mit der Marktwitschaft? Wie wäre es mit mehr Lohn, mehr unbefristete Arbeitsplätze, damit man sich so eine Ding leisten kann.

  • Subventionen als Marktsteuerungsinstrument sind dann sinnvoll, wenn der Wille besteht, einen bestehenden Markt in eine bestimmte Richtung zu verändern, um Ziele zu erreichen, die politisch oder gar gesamtgesellschaftlich erstrebenswert oder gewollt sind.
    Beispiel Kohlesubvention: Einheimische Kohle wurde subventioniert, damit nicht alle Kumpels auf einmal Ihren Job verlieren, weil plötzlich Kohle die aus Australien kommt viel billiger ist als die einheimische Kohle und das trotz der Transportkosten übers Meer.
    Beim Automarkt könnte man sagen, dass die in hohen Stückzahlen produzierten Automobile mit Verbrennungsmotor viel zu billig verkauft werden. Würde man nämlich die externen Kosten, die durch den Gebrauch der Autos entstehen -
    - Umweltbelastung mit Ruß, Stickoxiden, Lärm
    - Externe Kosten bei der Gewinnung und Transport der Treibstoffe
    - Beitrag zum Anstieg der CO2-Konzentration (Klimawandel)
    dann stehen die elektrisch betriebenen Automobile plötzlich ganz anders dar. Viele Menschen sind davon überzeugt, dass die Elektrifizierung des Individualverkehrs erstrebenswert ist. Das gilt besonders für Länder wie Dänemark und Deutschland, in denen ein großer Anteil der elektrischen Energie aus erneuerbaren Quellen kommt.
    So gesehen wäre ein Zuschuß vom Staat zum Kauf eines Elektroautos keine Subvention, sondern ein Vorschuss auf die eingesparten externen Kosten. Verringerte Abhängigkeit von Erdöl ist generell ein kostbarer Zustand.

    Wem das jetzt alles zu kompliziert ist, der kann weiter solche Kommentare schreiben wie die weiter oben und erst mal gegen alles sein.

  • Immer diese Rufe nach Subventionen und Hilfe vom Staat. Bietet endlich vernünftige Elektroautos an und verschleudert das Geld nicht für Werbeanzeigen mit irgendwelchen Konzeptautos. Herr Reithofer hat Recht, wenn er die Hersteller anprangert, dass diese sich in ihrem Erfolg mit Verbrennungsmotoren sonnen und die Zukunft verschlafen.

  • Das hätten die Marktforschungsabteilungen der Unternehmen aber auch vorher herausfinden können: Elektromobilität macht ja für den Endkunden in erster Linie dann Sinn, wenn er sich damit im Vergleich zum Tanken an der Benzin-Zahpfsäule Geld spart. Wenn der Stromverbrauch der E-Autos zwar billiger ist als der Benzinkonsum, aber die Kunden die Akkus ihrer Autos für 60-90 € im Monat mieten sollen, dann geht diese Rechnung natürlich nicht auf. Dann müsste der Kunde neben einem höheren Anschaffungspreis auch höhere laufende Ausgaben als für sein herkömmliches Auto berappen. Dass das dann zusätzlich zu den übrigen Einschränkungen (Reichweite etc.) kein Kassenschlager wird, hätte somit klar sein können. Und an die Entwicklungsabteilungen: Die Autos sind eben so lange noch nicht fertig entwickelt, wie es keine vernünftigen Lösungen für das Speichern der Energie in geeigneten Akkus gibt.

  • Wenn keiner solche Elektrokrücken will, dann will sie halt keiner. Um Subventionen zu bitten halte ich angesichts der Erträge von BMW für unverschämt. Sich mit der i-Linie als umweltbewusst präsentieren und diese Werbung dann vom Steuerzahler finanzieren zu lassen kann ja wohl nicht richtig sein.

    Auf jeden ist es mal wieder bezeichnend, dass Reithofer unter diesen Vorraussetzungen Mutti´s Politik lobt.

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