Elektroautos
Brennendes Auto weckt Zweifel an Tesla

Ein Feuer und seine Folgen: Nachdem die Batterie eines Tesla S Feuer fing, brach die Aktie des Herstellers ein. Einige Wall-Street-Analysten fangen an, an dem Unternehmen zu zweifeln.
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San FranciscoBöses Omen oder isolierter Einzelfall? Ein brennender Tesla und eine negative Aktienstudie schicken den kalifornischen Börsenliebling am zweiten Tag in Folge auf Talfahrt. Analysten warnen Privatanleger mittlerweile, sich nicht die Finger zu verbrennen.

Eigentlich hätten sich die Ermittler des NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) am späten Dienstag noch in ihre Autos setzen und in den Bundesstaat Washington fahren müssen. Doch dank Haushaltssperre wird der mysteriöse Brand einer 70.000 Dollar teuren Luxus-Limousine Tesla S nahe Seattle nicht untersucht werden. Die Ermittler drehen im Zwangsurlaub Däumchen. So bleibt die Frage vorerst offen, was zu dem Zwischenfall geführt hat, der im Internet für viel Wirbel gesorgt hat und für Tesla zum PR-Problem wird.

Neue Details zum Hergang und die Herabstufung von „Outperform“ auf „Neutral“ durch die Analysefirma R. W. Baird schufen Zweifel an der Wall Street, ob es nach einem Kursanstieg von rund 400 Prozent in kurzer Zeit nicht doch langsam Zeit ist, Gewinne mitzunehmen. Am Donnerstag ging es nach zuletzt über sechs Prozent Minus erneut um 4,2 Prozent auf 180 Dollar abwärts. Baird-Analyst Ben Kallo wies darauf hin, dass er zwar langfristig weiter positiv für Tesla gestimmt sei, jedoch in den kommenden 18 Monaten noch „einige Ziele“ erreicht werden müssten und Risiken damit verbunden seien. Auf dem erreichten Kursniveau von fast 195 Dollar in der Spitze seien zudem bereits eine Menge der künftigen Entwicklungen eingepreist.

Auf die sichere Seite haben sich nach Erhebungen der Bank of America viele institutionelle Anleger begeben. In den vergangenen Monaten sei der Anteil der Großanleger wie Pensionsfonds oder Hedgefonds von 84 auf 66 Prozent gesunken. Mit anderen Worten: Auf der Höhe des Hypes haben sich vornehmlich Privatanleger mit dem im wahrsten Sinne des Wortes „heißen“ Papier eingedeckt. Die Analysten der Bank of America raten zur Vorsicht, schließlich sei die Aktie fast mit dem 100-fachen des 2014er Gewinns bewertet.

Hatten die Bilder auf Youtube über einen lichterloh brennenden Tesla S bereits für Verunsicherungen gesorgt, trugen am Donnerstag Details des Einsatzberichts der Feuerwehr nicht zur Beruhigung bei. Demnach glaubte man bereits den Brand gelöscht zu haben, als er erneut wieder ausbrach. Um ihn überhaupt bekämpfen zu können, mussten Löcher in die Akkus des Elektro-Flitzers gebohrt werden. Mit einer Kreissäge habe man dann noch ein Loch in den Vorderwagen schneiden müssen, um an den Brandherd zu gelangen. Eine Sprecherin des Herstellers bestätigte derweil, dass der Brand in einem der beiden Lithium-Ionen-Akkus ausgebrochen sei, mit dem das Fahrzeug angetrieben wird. Sie sind mittig am Fahrzeug unterhalb der Fahrgastzelle installiert.

Grund sei offenbar der Einschlag eines großen Metallstücks gewesen, das auf der Fahrbahn gelegen habe. Das integrierte Warnsystem habe daraufhin den Fahrer aufgefordert anzuhalten, niemand sei verletzt worden und das Feuer habe niemals die Fahrgastzelle erreicht.

Kommentare zu " Elektroautos: Brennendes Auto weckt Zweifel an Tesla"

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  • Was geschieht mit den ausrangierten Akkus der Elektrofahrzeuge - ob nun Auto oder Fahrrad ?

    Welche Abfälle entstehen ?
    Wo verbleiben die ?

    Wird mit dem Elektroboom eine zusätzliche Abfall-Lawine Richtung Afrika angeschoben ?

  • Wenn ich das nötige Einkommen dazu hätte, wäre ein Tesla das Auto meiner Wahl.

    Brandschäden gibt es des öfteren. Solange das Einzelfälle bleiben, sagt das über das Auto wenig aus. Häufungen solcher Brandfälle bei einzelnen Typen wären dagegen aussagekräftiger. Dazu schaue man sich mal beispielsweise Geschichten über den Lamborghini, ich glaube Typ Gallardo, an. Hier scheint es eine solche Häufung zu geben. Berichtet wird darüber aber seltsamerweise nicht.

  • Nur eine Propaganda Meldung der Ölindustrie und deren Handlanger!

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