Elektrokonzern
ABB-Chef hinterlässt Elektrokonzern trübe Aussichten

Die Erwartungen an die neuen Quartalszahlen waren groß beim Schweizer Elektrokonzern ABB. Doch nun setzt es erst mal einen Dämpfer – die Aufträge gehen zurück. Auch die Aussichten sind trübe geworden.
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MünchenDer Elektrokonzern ABB ist nicht mehr gegen die Widrigkeiten der Konjunktur gefeit. Nach einer langen Zeit des Wachstums, gestützt durch zahlreiche Zukäufe, machen fehlende Großaufträge nun auch den Schweizern zu schaffen. Der scheidende Vorstandschef Joe Hogan musste bei der Vorlage seiner letzten Zwischenbilanz einräumen, dass sich die Auftragslage verdüstert.

Während Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal auch dank der Übernahme des US-Unternehmens Thomas & Betts noch zulegten, fädelte ABB weniger Aufträge bei seiner angestammten Kundschaft ein. Der Auftragseingang fiel um sieben Prozent auf 9,312 Milliarden Dollar, wie der Siemens -Rivale am Donnerstag mitteilte. Der Nettogewinn kletterte hingegen um 16 Prozent auf 763 Millionen Dollar. Der Konzern enttäuschte die Analysten mit beiden Kennzahlen. Die ABB-Aktie sackte um mehr als vier Prozent ab.

Vor allem Energieunternehmen hätten sich mit Aufträgen für neue Kraftwerke, Umspannstationen oder Hochspannungsleitungen zurückgehalten, klagte Hogan. Selbst das lange glänzende Geschäft mit der Öl- und Gasindustrie zeige Schwächen. Zudem hätten Verzögerungen bei der Vergabe von Großaufträgen im Zuge der weltweiten wirtschaftlichen Unsicherheiten den Auftragseingang im zweiten Quartal belastet.

Seinem Nachfolger Ulrich Spiesshofer, der Mitte September den Chefposten übernimmt, hinterlässt er ein schwieriges Erbe. Bis Jahresende bleibe die Konjunktur unsicher, eine Besserung der Auftragslage sei nicht in Sicht. Auch der französische Konkurrent Alstom hatte Anfang der Woche über die schlechte Kauflaune seiner Kundschaft geklagt, Siemens legt seine Zwischenbilanz am kommenden Donnerstag vor. ABB hatte sich in den vergangenen Quartalen vom bayerischen Konkurrenten abgesetzt und war wie die meisten Siemens-Wettbewerber deutlich stärker gewachsen.

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