Elektrokonzern
ABB profitiert von Investitionen in Stromnetze

Der schweizer Elektrokonzern ABB profitiert von den rasant steigenden Investitionen in die Stromversorgung - und präsentiert glänzende Zahlen.
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ZürichSteigende Investitionen in Stromversorgung und Ausgaben der Industrie zur Erhöhung von Energieeffizienz und Produktivität haben dem Schweizer Elektrotechnikkonzern ABB einen gelungenen Jahresauftakt beschert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legte der Umsatz des Siemens -Konkurrenten um sechs Prozent auf 8,91 Milliarden Dollar zu. Zwar sorgten Konkurrenzdruck und weniger profitable Aufträge für schrumpfende Margen, doch konnte dies laut einer Mitteilung vom Mittwoch durch Kosteneinsparungen von mehr als einer viertel Milliarde Dollar mehr als wettgemacht werden. Unter dem Strich sprang ein um fünf Prozent höherer Konzerngewinn von 685 Millionen Dollar heraus. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Überschuss von 692 Millionen und einem Umsatz von 8,96 Milliarden Dollar gerechnet.

ABB profitierte im abgelaufenen Quartal insbesondere vom Bau neuer Hochspannungsleitungen, aber auch das Geschäft mit Fabriktechnik und Elektromotoren läuft weiterhin glänzend. Auch die Nachfrage der Öl-, Gas- und Bergbauindustrie sowie der Schifffahrtindustrie blieb im Berichtszeitraum robust. Mit knapp dreißig Milliarden Dollar liege der Auftragsbestand derzeit annähernd auf Rekordniveau, hieß es weiter.

Für den restlichen Jahresverlauf sieht ABB „zahlreiche Möglichkeiten für profitables Wachstum“. Während das frühzyklische Geschäft mindestens einen Umsatz auf Vorjahresniveau oder ein Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich erreichen sollte, erwartet ABB für das mittel- bis spätzyklische Geschäft ein weiteres Umsatzwachstum. Zudem bestätigte der Konzern die langfristigen Ziele auf Gruppen- und Divisionsebene. „ABB hat erneut ihre Belastbarkeit unter Beweis gestellt und trotz des anspruchsvollen Vergleichs mit einem starken Vorjahresquartal und der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit auf vielen Märkten ein gutes Wachstum erzielt“, sagte Konzernchef Joe Hogan.

Analysten zufolge dürfte ABB insbesondere von den durch die Energiewende nötigen Investitionen ins Stromnetz profitieren. „Der Elektrotechnikkonzern verfügt über eine stabile Bilanz und hat seit der Wirtschaftskrise die Kostenbasis deutlich reduziert“, hieß es bei der Bank Wegelin. Zudem hebe sich ABB mit seinem positiven Ausblick deutlich vom Münchner Siemens-Konzern ab: Dieser kassierte am Mittwoch seine Gewinnprognose für das laufende Jahr wegen eines verpatzten Geschäfts mit Anbindungen von Windparks auf hoher See.

Profitieren konnte ABB im abgelaufenen Quartal insbesondere von der sich seit dem vierten Quartal abzeichnenden wirtschaftlichen Erholung in Nordamerika. Dagegen lastete die weiterhin grassierende Schuldenkrise in Europa auf der Nachfrage in Märkten wie Italien und Spanien. Schneller als die entwickelten Märkte dürften auch in Zukunft die Schwellenländer wachsen, hieß es. Allerdings verharre die Nachfrage im wichtigen Bau- und Transportsektor in China weiterhin auf einem niedrigen Niveau und eine Erholung sei weiterhin nicht absehbar, hieß es weiter.

Die ABB-Aktie gab im frühen Handel etwas mehr als drei Prozent nach. Händler führten dies auf Enttäuschung über die operative Marge zurück. Die Kursverluste seien übertrieben und ergäben eine günstige Einstiegsgelegenheit, hieß es. Die Wachstumsaussichten für ABB seien weiterhin intakt. Zudem sei die Aktie unterbewertet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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