Elektrokonzern: Aktionäre profitieren von ABBs Optimismus

Elektrokonzern
Aktionäre profitieren von ABBs Optimismus

Der Gewinn von ist 2010 im Vergleich zum Vorjahr geschrumpft. Weil es zum Jahresschluss so gut lief, erhöht der Schweizer Elektrokonzern dennoch die Dividende.
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Zürich

Der Schweizer Elektrokonzern ABB lässt sich vom wachsenden Konkurrenzkampf und steigenden Rohstoffkosten den Schneid nicht abkaufen. "Unsere Gesellschaft ist inzwischen sehr gut entlang der Märkte ausgerichtet, um die Wachstumsmöglichkeiten zu nutzen", sagte Konzernchef Joe Hogan am Donnerstag in Zürich.

Vor allem mit Fabrikausrüstungen in Schwellenländern werde sein Haus kräftig Umsatz machen. Auch der seit zwei Jahren lahmende Markt mit Kraftwerks- und Stromtechnik werde im Laufe des Jahres selbst in den etablierten Märkten wieder anspringen. "Die Schwellenmärkte werden erneut wichtige Wachstumsmotoren sein, während sie ihre elektrischen Netze ausbauen, die Industrieproduktion erweitern und ihren Fokus auf die Verbesserung der Energieeffizienz und der Qualität industrieller Prozesse legen", sagte der Konzernchef.

Allerdings scheint Hogan dem Aufschwung der globalen Wirtschaft nicht restlos zu trauen. Einen konkreten Ausblick auf Ertragszahlen für 2011 wagte der Amerikaner in Schweizer Diensten nicht. Zudem kündigte er - für Beobachter überraschend - an, im laufenden Jahr die Kostenbasis des Konzerns abermals um mehr als eine Milliarde Dollar zu senken, vor allem in der Energietechniksparte.

Die Schweizer haben erst zum Jahreswechsel ein Sparprogramm zu Ende gebracht, dass die Ausgaben um drei Milliarden Dollar drückte. Hogan und sein Finanzchef Michel Demaré begründeten den neuen Schritt mit dem anhaltend hohen Preisdruck und steigenden Rohstoffkosten. Allein 800 Millionen Dollar an Preisverfall habe ABB im vergangenen Jahr wegstecken müssen.

ABB werde versuchen. die weiter steigenden Preise für Basismetalle wie Kupfer, Aluminium und Stahl auf seine Kunden abzuwälzen, kündigte Demaré an. Börsianer reagierten dennoch skeptisch: Die ABB-Aktie gab am Donnerstag rund zwei Prozent nach. Die jüngste Kampfansage des Rivalen Siemens nahm Hogan gelassen auf. "Ich bin zuversichtlich, dass wir mit unseren traditionellen Konkurrenten mithalten können", sagte Hogan. "Wir müssen unser Augenmerk da mehr auf Asien richten."

Siemens-Chef Löscher hatte jüngst angekündigt, die Münchener würden um einiges stärker wachsen als die Wettbewerber ABB und GE und ihnen so Marktanteile abnehmen. Die Aufträge gehen bei den Schweizer bislang üppig ein. Der Auftragsbestand sei zum Jahresende auf den Rekord von 26,2 Milliarden Dollar geklettert.

Nachdem das Geschäft mit Automatisierungstechnik schon seit längerem wieder läuft, kommt nun auch der Absatz von Energietechnik wieder in Schwung. Im Schlussquartal kletterte der Konzerngewinn trotz Rückstellungen für ein verpatztes Seekabelprojekt binnen Jahresfrist um 30 Prozent auf 700 Millionen Dollar. Der Umsatz legte um fünf Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar zu. Konzernchef Hogan nahm den zum Jahresende positiven Trend zum Anlass, den Aktionären eine höhere Dividende zu zahlen, obwohl der Konzerngewinn auf Jahresbasis um zwölf Prozent auf 2,56 Milliarden Euro zurückgegangen ist.

Die Anteilseigner sollen eine höhere Überschussbeteiligung von 0,60 Franken je Aktie erhalten. "Die vorgeschlagene Dividendenerhöhung zeigt unser Vertrauen in das Geschäft", erklärte Hogan. "Wir sehen für 2011 eine Fülle von Wachstumschancen - sowohl im kurzfristigen Industriegeschäft als auch für den späteren Jahresverlauf, wenn die Investitionen von Stromversorgern in energietechnische Ausrüstung wieder anziehen dürften."

Mit einer Barschaft von 2,2 Milliarden Dollar sieht Demaré die Kriegskasse des Unternehmens ausreichend gefüllt, um auch weiter auf Einkaufstour zu gehen. ABB werde damit aber vorsichtig umgehen, sagte er. Zuletzt hatte sich ABB mit dem milliardenschweren Zukauf der US-Elektrofirma Baldour Zugang einen breiten Zugang zum amerikanischen Markt verschafft und dort einen Brückenkopf im Kampf gegen Siemens und GE errichtet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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