13.01.2010

Elektromobile: Chinesen fordern die etablierten Autokonzerne heraus

Der Kampf der Autohersteller um die Marktanteile auf dem Zukunftsmarkt Elektromobile wird härter: Nun kündigt der chinesische Batterie-Spezialist BYD an, bereits im Laufe des Jahres ein eigenes Elektroauto in den USA auf den Markt zu bringen - eine Herausforderung für General Motors auf dem Heimatmarkt.

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Präsentation des BYD-Elektroautos in Detroit: Der Stromwagen aus China soll schon in diesem Jahr auf den Markt kommen. Quelle: ReutersLupe

Präsentation des BYD-Elektroautos in Detroit: Der Stromwagen aus China soll schon in diesem Jahr auf den Markt kommen. Quelle: Reuters

DETROIT/FRANKFURT. Die großen Autokonzerne und erfahrene Batterieproduzenten verschärfen den Kampf um die Vorherrschaft im Zukunftsmarkt Elektroautos. Der chinesische Batteriehersteller BYD, der erst seit wenigen Jahren Autos fertigt, fordert die etablierte Konkurrenz in Detroit nun offen heraus. BYD-Gründer Wang Chuanfu kündigte am Rande der US-Automesse an, schon 2010 und damit ein Jahr früher als geplant ein eigenes Elektroauto auf den US-Markt zu bringen.

Die Chinesen werfen damit Großkonzernen wie General Motors, die ebenfalls schon Ende dieses Jahres ihr Elektromodell Chevrolet Volt in Kalifornien auf den Markt bringen wollen, den Fehdehandschuh hin. BYD, heute bereits einer der größten Hersteller von Lithium-Ionen-Akkus für Handys und Laptops, beschleunigt mit dieser Ankündigung den Einstieg in den US-Markt deutlich. BYD wird vom Milliardär Warren Buffett unterstützt, der über seine Investmentholding Berkshire Hathaway einen Anteil von zehn Prozent hält.

Der prestigeträchtige Wettbewerb um die Führungsrolle in dem Zukunftsmarkt Elektromobile ist damit offen ausgebrochen. Denn auch andere internationale Autobauer blasen zum Kampf um die Vorreiterrolle im Zukunftsgeschäft mit Elektroantrieben. "Weltweit sind alle Hersteller bei E-Autos in der Startphase", sagte VW-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg in Detroit.

Der US-Autobauer Ford kündigte in Detroit an, rund 450 Mio. Dollar in den Bau eines neuen Hybrid-Wagens und von Elektroautos in einem Werk in Michigan zu investieren. 2012 solle damit begonnen werden. Die Investitionen sind Teil der breit angelegten E-Auto-Strategie, die Ford im vergangenen Jahr ausgerufen hat. Der Konzern hat bereits 550 Mio. Dollar in das Werk gesteckt, um vom Bau von Geländewagen auf den Kompaktwagen Focus umzustellen. Es geht um einen großen Wachstumsmarkt: Das Institut für Automobilwirtschaft geht davon aus, dass bis zum Jahr 2020 mehr als zwei Mio. und bis zum Jahr 2030 schon rund zehn Mio. Fahrzeuge in den USA rein elektrisch fahren werden.

Der japanische Autobauer Toyota, der zu den Pionieren des Hybridantriebs zählt, will mit einer in Detroit als Weltpremiere gezeigten Hybridstudie ebenfalls eine neue Phase seiner Hybridstrategie, also der Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor, einläuten und schon 2015 Brennstoffzellenfahrzeuge einführen. GM plant neben dem Volt auch das europäische Pendant, den Opel Ampera, von 2011 an zu verkaufen.

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