Elektromobilität
Continental schraubt Erwartungen zurück

Die Elektromobilität entwickelt sich für Continental nicht so schnell wie erhofft. Der Konzern schraubt seine Erwartungen an diese Sparte deshalb zurück. Das könnte auch den Gewinn beinflussen.
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HamburgDer Autozulieferer Continental schraubt seine Erwartungen an die Elektromobilität zurück und nimmt dafür einen Gewinnrückgang in Kauf. Der bereinigte Betriebsgewinn schrumpfte im Sommerquartal aufgrund von Abschreibungen in der Antriebssparte um sechs Prozent auf 962 Millionen Euro, wie der Dax-Konzern aus Hannover am Dienstag mitteilte.

Analysten hatten mit etwas mehr als einer Milliarde Euro gerechnet. Der Umsatz stieg um vier Prozent auf fast 8,7 Milliarden Euro.

Die Geschäftsziele für das laufende Jahr bekräftigte das Management: „Unsere zum Halbjahr auf rund elf Prozent angehobene bereinigte Ebit-Marge haben wir fest im Blick und halten es sogar für realistisch, dass wir am Jahresende leicht darüber liegen“, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart. Beim Umsatz peilt der Hersteller von Autoelektronik und Reifen nach wie vor 34,5 (Vorjahr 33) Milliarden Euro an.

Conti hatte 2012 ein Joint-Venture für Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos mit dem südkoreanischen Energie- und Petrochemiekonzern SK Innovation gegründet, das die Hoffnungen jedoch nicht erfüllt. Beide Partner seien nun zu der Überzeugung gelangt, dass das Joint-Venture mittelfristig keine wirtschaftliche Grundlage mehr habe, erklärte Conti.

Ein Grund dafür ist, dass sich die Elektromobilität nicht so schnell entwickelt wie gedacht. Die Investitionen seien bereits stark zurückgeführt worden. Der Wert der Beteiligung in den Büchern wurde reduziert. Einschließlich weiterer Korrekturen in der Antriebssparte verbuchte Conti im dritten Quartal Abschreibungen von 334 Millionen Euro.

Die Netto-Finanzschulden des Konzerns, an dem der fränkische Wälzlagerhersteller Schaeffler maßgeblich beteiligt ist, sanken bis Ende September um 1,6 Milliarden Euro auf 3,9 Milliarden. Dadurch erhöht sich der Spielraum für weitere Zukäufe. Die Niedersachsen hatten im Februar die Übernahme des US-Kunstoff- und Kautschukspezialisten Veyance für 1,4 Milliarden Euro angekündigt und warten auf die Freigabe durch die Kartellbehörden.

Finanzvorstand Wolfgang Schäfer hatte jüngst gesagt, nach der im vierten Quartal erwarteten behördlichen Genehmigung der Veyance-Übernahme sei ein weiterer Zukauf möglich.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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