Elektromodelle
BMW verspricht die Revolution

Seine Zurückhaltung hat BMW-Chef Norbert Reithofer fallen lassen. Die neuen Elektromodelle des Konzerns sind für ihn ein „Meilenstein“ der Automobilgeschichte. Geld verdienen werden die Bayern damit aber wohl nicht.
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FrankfurtDer bayerische Autokonzern hat sich für die Weltpremiere seines Elektroautos mit Frankfurt einen symbolträchtigen Ort ausgesucht. Nirgends sonst in Deutschland stehen so viele Wolkenkratzer auf so engen Raum und zugleich ist Frankfurt der Ort, an dem die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) stattfindet. Bis zum Messestart sind es zwar noch zwei Monate hin, aber BMW ist mit der Vorstellung seiner neuen Modellreihe eben früh dran.

Erst 2013 soll der Verkauf des vollelektrischen i3 und des Hybrid-Sportwagens i8 anlaufen. Konzipiert sind die Fahrzeuge vor allem für den Stadtverkehr, die Wahl Frankfurt als Ort der Präsentation ist also passend. Der kleinere i3, der von seiner Form her an einen VW Polo erinnert, hat eine Reichweite von 150 Kilometern. Damit sei das Auto „voll alltagstauglich“, sagte Entwicklungsvorstand Klaus Draeger.

Wenn Bundesumweltminister Peter Ramsauer (CSU) betonte, dass in dem Projekt „echter Pioniergeist“ stecke, dann hat er damit recht. Von Grund auf hat BMW die Modellreihe neu entwickelt und setzt sich damit von anderen Autobauern ab, die bestehende Modelle mit einem Elektromotor ausgerüstet haben.

Eine wesentliche Aufgabe der Entwickler war es, das Gewicht möglichst niedrig zu halten. Um 250 bis 350 Kilogramm sei dieses gegenüber vergleichbaren Autos verkleinert worden, sagte Draeger. Möglich wurde dies durch den Einsatz von Karbon-Verbundstoffen, aus denen das neue Auto weitgehend gefertigt ist.

Seinen Pioniergeist lässt sich BMW einiges kosten. Bislang flossen in das neue Werk in Leipzig, in dem die i-Reihe gebaut werden soll, rund 400 Millionen Euro. Etliche Millionen flossen in die Erforschung und Entwicklung des neuen Modells. Wie viel Geld das Projekt verschlungen hat, darüber schweigt sich Reithofer aus.

Eines zeichnet sich aber bereits ab: Bis BMW mit Elektroautos Geld verdient, wird viel Zeit vergehen. Langfristig sei das Engagement angelegt, sagte Reithofer daher wiederholt. Lohnen werden sich die Investitionen wohl erst, wenn die nächsten Modellreihen auf den Markt kommen.

Ein Ziel hat BMW aber auf jeden Fall schon heute erreicht. Mit der i-Reihe stellen die Münchener die Rivalen Audi und Daimler in den Schatten.

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  • Ich stelle mir gerade vor, wie Hunderte aus meiner Nachbarschaft abends ihre Kabeltrommeln bemühen, und tausende Meter Leitungen in vielen bunten Farben die Gehsteige verschönern :o)

    Wieviel Dreck und Zerstörung bringen E-Fahrzeuge eigentlich bis zum Endprodukt mit sich, im Vergleich zu KFZ mit Verbrennungsmotoren ?

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