Elektronik
Philips beschleunigt den Umbau

Die weltweite Wirtschaftkrise hat den niederländischen Elektronikkonzern Philips mit voller Wucht getroffen: Der Konzern beendet das vierte Quartal 2008 mit einem Verlust und will nun die Kosten um 400 Millionen Euro drücken.

DÜSSELDORF. Die weltweite Wirtschaftkrise hat den niederländischen Elektronikkonzern Philips mit voller Wucht getroffen. Erstmals seit sechs Jahren hat das Unternehmen wieder in einem Quartal einen Verlust erlitten. Der niederländische Elektronikkonzern meldete gestern für das vierte Quartal ein Minus von 1,47 Mrd. Euro. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Gewinn von 1,4 Mrd. Euro verbucht worden. Der Umsatz fiel um 9,7 Prozent auf 7,62 Mrd. Euro.

Die Entwicklung spiegele die beispiellose Geschwindigkeit und Schärfe wider, mit der sich die Wirtschaft Ende vergangenen Jahres abgeschwächt habe, sagte Firmenchef Gerard Kleisterlee bei der Vorlage der Zahlen. Der Vorstandschef kündigte an, sein Restrukturierungsprogramm zu beschleunigen und die Krise mit strikter Kostendisziplin meistern zu wollen. Durch die laufenden Sparprogramme und den Umbau des Unternehmens sollen rund 400 Millionen Euro pro Jahr gespart werden. Das Programm soll von der zweiten Jahreshälfte an greifen.

Der Siemens-Konkurrent kündigte an, rund 6 000 weitere Arbeitsplätze zu streichen. Zudem soll das Aktien-Rückkaufprogramm auf Eis gelegt werden. "Kurzfristig wollen wir so flexibel wie möglich sein", sagte Philips-Chef Kleisterlee. Für das abgelaufene Jahr will Philips allerdings wieder wie im Vorjahr eine Dividende von 70 Cent je Aktie zahlen. Der Konzern habe liquide Mittel von rund sechs Milliarden Euro und wolle seine Marktposition stärken, sagte Kleisterlee auch.

Aufgrund der stabilen Dividendenpolitik legte die Philips-Aktie gestern um über fünf Prozent zu. Für Analysten waren die schwachen Zahlen nicht überraschend, nachdem das niederländische Unternehmen bereits im Dezember vor deutlich rückläufigen Umsätzen gewarnt hatte und Konkurrenten wie Sony und Samsung Electronics vor wenigen Tagen rote Zahlen vorgelegt haben. Sony erwartet den ersten operativen Verlust seit 14 Jahren; Samsung meldete den ersten Quartalsverlust seiner Firmengeschichte.

Petercam-Analyst Eric de Graaf lobte denn auch das Philips-Management. Es habe die Dividende pro Aktie konstant gehalten und entschlossener gehandelt als Rivalen wie Sony.

Unter den Philips-Sparten wurde der Bereich Consumer Lifestyle - dort werden Elektronikgeräte vom Fernseher über Rasierer bis zum Haushaltsgerät produziert - deutlich vom Rückgang der Nachfrage getroffen. Sie gab 2008 um acht Prozent auf elf Mrd. Euro nach. Die Gesundheits- sowie die Lichttechnik dagegen verzeichneten Zuwächse von sechs Prozent beziehungsweise drei Prozent.

Neben der Krise belasten die Philips-Bilanz Abschreibungen und Sanierungskosten. Allein die Abschreibungen im Zusammenhang mit den Geschäften um die Beteiligungen an dem Flachbildschirmhersteller LG Display und NXP - dem ehemaligen Halbleitergeschäft des Konzerns - betrugen im vergangenen Jahr eine Milliarde Euro. 2007 konnte das Unternehmen hier noch einen Sondergewinn von 1,2 Mrd. Euro aus Firmenverkäufen verbuchen.

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