Industrie

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Elektronikbranche: Canon schluckt Druckerbauer Oce

Der japanische Elektronikkonzern Canon kauft in den Niederlanden zu. Für 1,5 Milliarden Euro inklusive Schulden übernimmt das Unternehmen Europas größten Druckerhersteller Oce. Nach Ansicht von Experten macht der Zusammenschluss Sinn.

von Finn Mayer-Kuckuk Tokio
Der Foto- und Druckerkonzern Canon expandiert in den Niederlanden. Quelle: Reuters
Der Foto- und Druckerkonzern Canon expandiert in den Niederlanden. Quelle: Reuters

HB TOKIO. Der japanische Drucker- und Kamerahersteller Canon bietet 730 Mio. Euro für eine freundliche Übernahme des niederländischen Konkurrenten Oce. Inklusive aller Schulden wird die Transaktion mit 1,5 Milliarden Euro bewertet.

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„Wir zielen darauf, die Nummer eins in der Druckerindustrie zu werden“, teilten die beiden Unternehmen gestern in Tokio mit. Das japanische Unternehmen war bisher auf Tischgeräte spezialisiert, während der europäische Marktführer eher großformatige Modelle angeboten hat. Da sich hier wenig Überschneidung ergibt, bringe das erhebliche Wachstumschancen, sagte Canon.

Im frühen Januar wird der japanische Marktführer 8,6 Euro pro Oce-Aktie bieten. Der niederländische Partner stimmt der Fusion in vollem Umfang zu. Einige größere Aktionäre haben bereits ihre Bereitschaft zum Verkauf signalisiert. Die Anteilsscheine von Oce notierten in Amsterdam aktuell bei 8,54 Euro.

Der gebotene Preis liegt beim 1,37-fachen des Durchschnittskurses in den vergangenen Monaten, erreicht etwa das neunfache des operativen Gewinns 2008 und knapp ein Viertel des Oce-Umsatzes von etwa drei Mrd. Euro. Canon ist mit gut 30 Mrd. Euro etwa zehn Mal größer. Bürogeräte machen etwa zwei Drittel des Absatzes aus.

Wenn der Zukauf wie geplant über die Bühne geht, würde Canon seine Position bei europäischen Firmenkunden auf einen Schlag erheblich stärken. Damit geht eine laufende Konsolidierung auf dem Druckermarkt in die nächste Runde. „Canon hat diesen Gegenangriff vermutlich die ganze Zeit geplant, seit Ikon geschluckt wurde“, sagt Analyst Tetsuya Wadaki von dem Wertpapierhaus Nomura der Nachrichtenangentur Bloomberg. Im vergangenen Herbst hatte der Canon-Rivale Ricoh den amerikanischen Anbieter Ikon Office Solutions für 1,6 Mrd. Dollar zugekauft. Das Geschäft stärke das Ricoh-Vertriebsnetz in Amerika und Europa deutlich, notierten damals Analysten.

Canon war erst 2006 in den Markt für Profi-Drucker vorgestoßen, doch der Umsatz blieb bislang im Bereich weniger hundert Mio. Euro für die Maßstäbe des japanischen Großkonzerns enttäuschend. Es fehlten bisher die Absatzkanäle, um Firmenkunden in Übersee anzusprechen. Oce ist nun nicht nur in allen wichtigen westlichen Märkten exzellent verknüpft, das Unternehmen verfügt auch über hoch entwickelte eigenständige Technologie für große Hochleistungsdrucker.

  • 18.11.2009, 08:05 UhrChristian D.

    Canon setzt mit seinem imagePRESS 7000 bereits Maßstäbe, was Qualität von High Volume Laser Printern angeht. Nun können die Erfahrung von OCÉ im Prof. Print bereich und die Hochtechnologie von Canon zusammenwachsen.
    Der Zusammenschluss mit OCÉ macht Sinn.

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