Elektronikbranche
Sharp und NEC sind nicht krisenfest

Einen Verlust im ersten Halbjahr hat Sharp präsentiert. Der Elektronikkonzern muss einen sinkenden Absatz von LCD-Panels verkraften. Konkurrent NEC geht es kaum besser.
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HB TOKIO. Der japanische Elektronikkonzern Sharp hat in seinem zweiten Geschäftsquartal dank Kostensenkungen und guter Verkäufe von Flachbildfernsehern erstmals seit vier Quartalen wieder schwarze Zahlen geschrieben. Wie Japans größter Hersteller von Flüssigkristallbildschirmen (LCD) am Donnerstag mitteilte, fiel zwischen Juli und September unterm Strich ein Gewinn von 7,4 Mrd. Yen (55 Mio Euro) an. Nach der gesamten ersten Hälfte des noch bis 31. März 2010 laufenden Geschäftsjahre steht hingegen noch ein Minus von 17,7 Mrd. Yen in den Büchern nach einem Vorjahresgewinn von 28 Mrd. Yen.

In operativer Rechnung fiel im ersten Halbjahr ein Gewinn von 1,57 Mrd. Yen an. Das ist zwar ein drastischer Einbruch von 96,9 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum, doch immer noch besser als die vom Unternehmen erwartete schwarze Null. Dank eines „Öko-Punkte“-Programms als Anreiz zum Kauf energiesparender Geräte sei der heimische Absatz bei LCD-Fernsehern im zweiten Geschäftsquartal gestiegen, hieß es. Auch der Absatz von LCD- Fernsehern in China habe dank staatlicher Wirtschaftsförderung zugelegt.

Für das gesamte Geschäftsjahr geht das in Osaka ansässige Unternehmen weiterhin von einem Nettogewinn von drei Mrd. Yen und einem Betriebsgewinn von 50 Mrd. Yen aus. Der Umsatz dürfte 2,75 Billionen Yen betragen, 3,4 Prozent weniger als im Vorjahr.

Konkurrent NEC rechnet im laufenden Geschäftsjahr wegen schwacher Nachfrage nach Halbleitern mit deutlich weniger Gewinn als zuvor. Wie das Unternehmen am Donnerstag bekanntgab, dürfte sich der Betriebsgewinn zum Bilanzstichtag 31. März 2010 auf nur noch 60 Mrd. Yen (445 Mio Euro) belaufen statt wie bisher erhofft 100 Mrd. Yen. An Umsatz veranschlagt der Konzern 3,66 statt 3,73 Billionen Yen. Hintergrund ist der in sämtlichen Geschäftsfeldern rückläufige Absatz. Unter dem Strich rechnet NEC allerdings weiterhin mit zehn Mrd. Yen Gewinn.

In der ersten Hälfte dieses Geschäftsjahres hatte NEC einen Nettoverlust von rund 43,6 Mrd. Yen verbucht, nachdem im entsprechenden Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von rund 1,8 Mrd. Yen erwirtschaftet worden war. Der Umsatz sank um 22,3 Prozent auf 1,65 Billionen Yen.

NEC setzt seine Hoffnung auf eine geplante Fusion seiner Halbleitertochter NEC Electronics Corp mit der ebenfalls in Problemen steckenden Renesas Technology Corp. Durch einen Zusammenschluss entstünde Japans größtes Halbleiterunternehmen. Es wird voraussichtlich den Namen Renesas Electronics tragen.

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