Elektronikbranche
Sony sucht neue Gewinnbringer

Der Elektronikriese Sony strebt mittelfristig eine Gewinnmarge von fünf Prozent an - dazu sollen unter anderem 3D Fernseher beitragen. Im laufenden Jahr wird Sony erneut rote Zahlen schreiben. Allerdings wird der Verlust wohl etwas geringer ausfallen als noch vor einiger Zeit angenommen.
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TOKIO. Der japanische Elektrohersteller Sony will mit neuen Produkten zu Gewinnen zurückkehren „Wir wissen, dass wir die Profitabilität in unserem Fernseher- und Spielegeschäft wiederherstellen müssen“, sagte Firmenchef Howard Stringer am Mittwoch in Tokio.

Sony befindet sich seit nunmehr fünf Jahren in einer Krise mit schwachen Gewinnen und ist in diesem Jahr sogar in die roten Zahlen gerutscht. Im Sommerquartal alleine schwoll das Minus auf knapp 200 Mio. Euro an. Sony reagierte mit einem extremen Sparprogramm. Das Unternehmen baute fast 20 000 Stellen ab. Die Kosten sollen im laufenden Jahr um fast 2,5 Mrd. Euro sinken.

Jetzt richtete Stringer den Blick wieder nach vorn. Priorität soll die Entwicklung von Produkten rund um 3D-taugliche Fernseher haben. Hier werden schon ab kommendem Jahr neben den TV-Geräten selbst auch Spiele und Videoscheiben mit dreidimensionalen Filmen verfügbar werden. Musik und Videos sollen die Nutzer künftig auch über das Internet leihen können.

Stringer will den Kunden dafür die Spielkonsole Playstation als technische Plattform empfehlen. Auch für das Batteriegeschäft will Stringer neue Absatzmöglichkeiten eröffnen. Sony will künftig möglicherweise Lithium-Ionen-Akkus auch für Autos oder das Öko-Haus der Zukunft anbieten, statt wie bier nur für Kleingeräte wie Handys und Notebooks.

Doch die Pläne, die Stringer in Tokio vorstellte, zeigten auch eine gewisse Hilflosigkeit des einstigen Technik-Vorreiters. Stringer kündigte beispielsweise an, im Geschäftsjahr 2012 eine operative Gewinnmarge von fünf Prozent erreichen zu wollen. Doch schon 2006 galt beispielsweise einmal ein operatives Margenziel von zehn Prozent, das der Konzern nicht erreichte. Das Ziel von fünf Prozent war danach auch für 2008 und 2010 angekündigt. Jetzt lautet das Versprechen eben 2012. Auch ein Ziel von zehn Prozent Rendite auf das eingesetzte Kapital erscheint nicht übertrieben ehrgeizig - der koreanische Konkurrent Samsung kommt auf fast 20 Prozent.

Die Produktoffensive sieht ebenfalls nicht allzu ungewöhnlich aus. 3D-Fernseher kündigen derzeit alle japanischen Anbieter als Hoffnungsprodukte an, darunter auch Panasonic und Sharp, die ebenfalls eine komplette Kette von 3D-Anwendungen von der Kamera bis zur Videoscheibe einführen wollen. Videoverleih per Download bietet schon längst der US-Anbieter Apple mit seinem Onlineportal iTunes an. Und obwohl Sony die Lithium-Ionen-Batterie erfunden hat, sind Konkurrenten wie Sanyo oder GS Yuasa in diesem Jahr bereits in das Wachstumsgeschäft mit ihrer Anwendung für Hybrid- und Elektroautos eingestiegen.

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking

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