Elektronikkonzern in der Krise
Sharp baut massiv Stellen ab

Vor allem das Geschäft mit Displays läuft nicht gut, nun zieht Sharp die Reißleine: Der Konzern will mehr als zehn Prozent der Stellen streichen. Die Konkurrenz macht den Japanern zu schaffen.
  • 0

TokioDer verlustreiche japanische Elektronikkonzern Sharp will sich aus seiner finanziellen Notlage offenbar mit massiven Stellenstreichungen befreien. Es sei geplant, rund 6000 Arbeitsplätze abzubauen, sagte eine mit dem Vorhaben vertraute Person am Donnerstag. Dies entspricht zwölf Prozent der weltweiten Belegschaft. Insgesamt könne der Konzernumbau 1,7 Milliarden Dollar kosten, hieß es. Der Apple -Lieferant ist in vielen Geschäftsbereichen tätig und stellt Produkte vom Solarmodul über Taschenrechner und LED-Lampen bis hin zu Fernsehern und eben Smartphone-Displays her. Vor allem beim Verkauf von Bildschirmen hakt es und der wiedererstarkte Rivale Japan Display sorgt für Gegenwind. Derzeit spricht alles dafür, dass die Japaner für das Ende März endende Geschäftsjahr 2014/15 den dritten Verlust in vier Jahren bekanntgeben.

Der mit der Angelegenheit vertrauten Person zufolge ist noch keine offizielle Entscheidung zum Stellenabbau gefallen. den Planungen zufolge sollten rund 3000 Jobs in Japan über Frühpensionierungen abgebaut werden. Der Rest der Streichungen solle im Ausland erfolgen. Laut der Zeitung "Nikkei" könnten vor allem Stellen in den USA bedroht sein. Das Management erklärte lediglich, es erwäge mehrere Optionen, um das Unternehmen zu sanieren. Die Aktie legte 2,2 Prozent zu.

Ob der laut Insidern anvisierte Arbeitsplatzabbau genügen würde, um Sharp wieder auf Erfolgskurs zu bringen, ist fraglich. 2012 musste das Unternehmen mit rund drei Milliarden Dollar das erste Mal vor dem Aus gerettet werden. Damals wurden 5000 Stellen gestrichen und Sharp stieg aus dem europäischen Fernseher-Geschäft sowie dem Verkauf von Solarmodulen in Europa und den USA aus. Nun benötigt der Konzern erneut dringend frisches Geld für die Restrukturierung. Hauptproblem ist laut UBS-Analyst Ryosuke Katsura, dass Sharp seine LCD-Fabriken mit fast voller Kapazität laufen lässt, obwohl dies die Nachfrage nicht hergibt. Kreisen zufolge befindet sich das Unternehmen nun in Gesprächen mit Banken sowie mit dem Fonds Japan Industrial Solutions über eine Finanzspritze von bis zu 250 Millionen Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Elektronikkonzern in der Krise: Sharp baut massiv Stellen ab"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%