Elektronikkonzern
Philips kehrt in Gewinnzone zurück

Der niederländische Elektronikkonzern Philips bleibt in schwierigem Fahrwasser. Die Umsätze sind eingebrochen und vor allem das Geschäft mit Unterhaltungselektronik ist rückläufig. Aber dennoch schaffte es der Konzern, wieder Gewinne zu schreiben. Das kommt an der Börse gut an.

FRANKFURT. Der niederländische Mischkonzern Philips hat erstmals seit drei Quartalen wieder einen Gewinn erzielt und damit gestern die Börsen in Europa positiv überrascht. Die Nachricht trieb nicht nur den Philips-Aktienkurs um zeitweise mehr als fünf Prozent in die Höhe. Auch die Titel von Siemens, wichtiger Wettbewerber von Philips im Bereich Medizintechnik, legten um mehr als zwei Prozent zu.

Philips-Chef Gerard Kleisterlee geht zudem davon aus, dass das Unternehmen im zweiten Halbjahr 2009 besser abschneiden wird als in der ersten Jahreshälfte, weil die Kostensparprogramme einen steigenden Einfluss auf den Gewinn entfalteten. Philips hatte im Januar angekündigt, 6 000 seiner weltweit 121 000 Stellen zu streichen und rund eine halbe Milliarde Euro einzusparen.

Nach Ansicht von Kleisterlee könnten auch die Verkäufe in der zweiten Jahreshälfte wieder anziehen. „Es gibt in einigen Märkten Signale, dass die Nachfrage die Talsohle erreicht hat“, sagte Philips-Finanzchef Pierre-Jean Sivignon gestern gegenüber Analysten. Die sehen es positiv, dass der Konzern „angesichts der Unsicherheit der Märkte einen Ausblick gibt“, wie es Victor Bareno, Analyst bei SNS Securities in Amsterdam, formuliert.

Der Blick auf die Quartalszahlen zeigt aber, mit welcher Kraft der Abschwung den niederländischen Konzern erfasst hat. Der Umsatz sank im zweiten Quartal auf vergleichbarer Basis um 19 Prozent auf 5,2 Mrd. Euro und damit noch einmal etwas stärker als in den ersten drei Monaten des Jahres (minus 17 Prozent). Die größte Sparte Consumer Lifestyle, zu der auch die Unterhaltungselektronik gehört, schrumpfte um 30 Prozent, der Lichtbereich um 18 Prozent. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) fiel mit 118 Euro dreimal niedriger aus, als noch im Jahr zuvor. Den Nettogewinn von 44 Mio Euro schließlich konnte Philips deswegen erzielen, weil das Unternehmen 48 Mio. Euro für den Verkauf von Anteilen am britischen Set-Top-Boxen-Hersteller Pace erzielte.

Die Medizintechnik ist mit knapp 1,9 Mrd. Euro Umsatz nun der größte Unternehmensbereich von Philips. Hier sank der Umsatz auf vergleichbarer Basis um fünf Prozent. Als gute Nachricht werten Analysten wie Guenther Michael Hollfelder von Unicredit, dass der Auftragseingang nicht mehr so stark unter Vorjahr liegt wie noch im ersten Quartal, zudem habe sich die Marge deutlich verbessert. Die Medizintechnik trägt mehr als 60 Prozent zum Gewinn von Philips bei. Insbesondere auf dem wichtigen US-Markt hatte der Konzern wie auch die Wettbewerber Siemens und der US-Konzern General Electric seit Herbst vergangenen Jahres die Folgen der Finanzkrise zu spüren bekamen: Krankenhäuser und Arztpraxen kauften weniger medizintechnische Großgeräte, weil die entsprechenden Kredite nicht mehr so einfach zu bekommen sind.

Die EU-Kommission gab gestern bekannt, gegen verschiedene Hersteller von LCD-Anzeigen vorzugehen, weil sie gegen das Kartellrecht verstoßen haben sollen. Philips und der südkoreanische Produzent LG Display bestätigten, ein Schreiben von der Kommission erhalten zu haben. Philips erklärte aber, dies bedeute nicht, dass das Unternehmen selbst an einem Kartell beteiligt gewesen sei.

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