Elektronikkonzern
Sony-Chef Stringer bekommt mehr Macht

Sony legt mehr Macht in die Hand von Konzernchef Howard Stringer, um besser durch die Krise zu kommen. Stringer übernimmt mit dem Wechsel des bisherigen Präsidenten Ryoji Chubachi in den Aufsichtsrat am 1. April zusätzlich die Kontrolle über die Elektronik- Sparte.

HB TOKIO. Das Geschäft mit Fernsehern sowie Audio- und Video-Anlagen war besonders hart von dem Nachfrage-Einbruch und dem starken Yen getroffen worden.

Außerdem baut Sony mit der Schaffung von zwei neuen großen Einheiten grundlegend die Geschäfts-Struktur um. Die Networked Products und Services Group (vernetzte Produkte und Dienste) soll die Spiele-Sparte mit der PlayStation, den Computer-Bereich sowie mobile Geräte wie den Walkman und das Software-Geschäft einschließen. Das restliche Elektronik-Geschäft wird in der Sparte Verbraucherprodukte konzentriert.

Sony steht schwer unter Druck. In dem Ende Dezember beendeten dritten Geschäftsquartal war der Nettogewinn um 94,8 Prozent eingebrochen. Für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr erwartet der Elektronik-Konzern einen Netto-Verlust von 150 Mrd. Yen (rund 1,2 Mrd Euro) bei einem Umsatz von 7,7 Billionen Yen.

„Sony ist in den Notfall-Modus gegangen“, sagte Naoki Fujiwara, Manager bei der Shinkin Asset Management in Tokio, der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. „Sie wissen, dass sie keine Zeit zu verlieren haben und noch mehr auf das Gaspedal drücken müssen, um ihre Restrukturierung zu beschleunigen.“

Der Rückzug Chubachis dürfte Stringer beim Umbau des Unternehmens angesichts der derzeitigen Wirtschaftslage entgegenkommen. Stringer hatte bereits ein umfangreiches Paket zur Neuorganisation des Elektronik-Konzerns auf den Weg gebracht, dem auch rund 16 000 Stellen zu Opfer fallen. Zuletzt kündigte der Amerikaner britischer Herkunft weitere Kostensenkungsmaßnahmen an, mit denen insgesamt 250 Mrd. Yen eingespart werden sollen. Der seit 2005 amtierende Stringer ist der erste Ausländer an der Sony-Spitze.

Chubachi wird Vize-Aufsichtsratschef sein. Der 61 Jahre alte Manager ist seit 32 Jahren für Sony tätig und war seit Sommer 2005 Präsident des japanischen Elektronikkonzerns. Unter anderem war Chubachi seinerzeit maßgeblich an der Entwicklung der Acht- Millimeter-Video-Kamera beteiligt.

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