Elektronikkonzerne
Philips bleibt auf Kaffeefahrt

Philips setzt darauf, dass die Menschen dem Kaffee treu bleiben und immer mehr eigene Automaten nachfragen: Der niederländische Elektronikkonzern stärkt sein Kaffeegeschäft unter übernimmt den italienischen Kaffeeautomaten-Hersteller Saeco.

DÜSSELDORF. Der Konsumgüter- und Elektronikkonzern Philips will den italienischen Kaffeeautomatenhersteller Saeco übernehmen. Finanzexperten begrüßten gestern die Absicht von Konzernchef Gerard Kleisterlee, die erfolgreiche Senseo-Kaffeesparte durch einen Zukauf im Luxus-Bereich zu ergänzen. Die Niederländer würden damit wieder in einen Wachstumsmarkt investieren, nachdem sie in der jüngsten Vergangenheit in fast allen Kerngeschäftsfeldern Schiffbruch erlitten hatten.

Der Mischkonzern bestätigten italienische Medienberichte vom Sonntag, nach denen mit dem Saeco-Eigentümer, dem französischen Finanzinvestor PAI Partners, bereits eine grundsätzliche Einigung über den Kauf erzielt worden sei. Allerdings muss sich Philips noch mit den kreditgebenden Banken von Saeco einigen. Erst nach erfolgreicher Übernahme will Philips Details bekanntgeben. Einzelheiten des Geschäftes hatte am Vortag allerdings schon die italienische Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“ verbreitet. Demnach soll Philips für Saeco insgesamt rund 560 Mio. Euro berappen, wobei allerdings Schulden in Höhe von 300 Mio. Euro übernommen werden sollen. An kurzfristigen Barmitteln müssen die Niederländer dem Bericht zufolge lediglich 200 Mio. Euro bereitstellen, weitere 60 Mio. Euro ergeben sich aus der Einhaltung langfristiger Investitionszusagen.

Saeco ist mit rund 1 400 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt 318 Mio. Euro vor der Schweizer Jura der europäische Marktführer bei Kaffeevollautomaten. Eigentümer PAI Partners hatte im März 2004 für den Kauf von Saeco nach eigenen Angaben insgesamt 825 Mio. Euro bezahlt. Der französische Finanzinvestor PAI (Paribas Affaires Industrielles) Partners ist aus der Großbank BNP Paribas hervorgegangen. Er hat in der Vergangenheit Nahrungsmittelhersteller wie den britischen Keksproduzenten United Biscuits oder die Joghurtfirma Yoplait übernommen, hält aber auch die Mehrheit beispielsweise an dem deutschen Baustoffhersteller Xella.

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