Elektrotechnik
Eaton will mit Moeller in Europa Fuß fassen

Vor einem Jahr wurde die Bonner Moeller-Gruppe durch das US-Unternehmen Eaton übernommen, nun scheint die Integration in weit vorangeschritten zu sein. Das Traditionsunternehmen der Elektrotechnik eröffnet dem US-Riesen neue Perspektiven auf dem europäischen Markt.

BONN. Ein Jahr nach der Übernahme durch das US-Unternehmen Eaton sieht sich die Bonner Moeller-Gruppe in den Konzern aus Cleveland in Ohio integriert. Zwar würden noch rund zwei Jahre Integrations-Teams weitere Bausteine in der Organisation bearbeiten, auf der Produktseite sei die wesentliche Arbeit aber bereits getan, sagte der neue Vorsitzende der Geschäftsführung Richard Boulter im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Für das Traditionsunternehmen der Elektrotechnik hat es bisher wenig Einschnitte gegeben. "Es gibt wenig Überlappung bei den Produkten und regional mehr eine Ergänzung", sagt Boulter, der 2007 von Siemens zu Eaton wechselte und seit November 2008 in Bonn die Geschäfte für die neue Gruppe führt. Eaton ist bisher in Europa nur schwach vertreten, Moeller hat nur wenig Aktivitäten in Amerika.

Der Mischkonzern Eaton hatte im vergangenen Jahr Moeller für 1,5 Mrd. Euro vom Finanzinvestor Doughty Hanson gekauft und dadurch seine Sparte Elektrotechnik gestärkt. Sie weist jetzt einen Umsatz von knapp sieben Mrd. Dollar aus, der Gesamtkonzern kam 2008 auf einen Umsatz von 15,4 Mrd. Dollar. Eaton will seine Abhängigkeit vom zur Zeit schwierigen Komponentengeschäft mit der Auto- und Lkw-Industrie durch Zukäufe in der Elektrotechnik mindern.

Das Bonner Unternehmen mit Schwerpunkten in der Energieverteilung und Komponenten für Elektromotoren hat in seinem Werk in Schrems in Österreich sogar von der Übernahme profitiert. Denn Eaton hat ein britisches Werk mit 265 Beschäftigten geschlossen, das ähnliche Schalter herstellte. Industrieschalter fertigt Moeller jetzt in seinem Werk bei Wiesbaden für ganz Europa, Eaton fertigt nur noch für die USA. Große Elektroschalter hat Moeller bisher zugekauft, sie kommen künftig aus den Eaton-Werken in den USA.

Wegen der geringen Überschneidung zwischen beiden Firmen sieht Boulter nur wenig Stellen in Gefahr, wenn der Vertrieb zusammengelegt wird. Da neue Produkte von Eaton ins Programm genommen werden, seien nur etwa 20 bis 25 der rund 2 300 Vertriebsstellen gefährdet. Die Marken Eaton und Moeller bleiben in Europa bestehen. "Langfristig soll Eaton in Europa so bekannt werden wie Moeller", sagt Boulter und deutet damit eine Dominanz der US-Marke an. "Wir wollen unsere 100 Jahre alte Traditionsmarke aber nicht kaputtmachen."

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