Elektrotechnikkonzern
ABB von Abschreibungen belastet

Stabiler Umsatz trotz Gewinnverlust: Abschreibungen drücken den Gewinn des Schweizer Elektrotechnikkonzerns ABB im zweiten Quartal. Die Geschäftsprognose ist wenig präzise.
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Zürich Die Aktionäre des Schweizer Elektrotechnikkonzerns ABB müssen sich nach einem überraschend starken Gewinnrückgang im zweiten Quartal auf eine längere Durststrecke einstellen. Die Problemsparte Energietechniksysteme werde das Ergebnis des Konzerns wahrscheinlich auch in den kommenden Quartalen belasten, sagte ABB-Chef Ulrich Spiesshofer am Mittwoch. "Das ist kein kurzer Sprint, das ist wirklich ein Marathon, der eine Weile dauern wird."

ABB hat sich mit Solar- und Windkraftanlagen übernommen und Großprojekte nicht in den Griff bekommen. Spiesshofer hatte daraufhin in Teilen des Geschäfts mit erneuerbaren Energien zum Rückzug geblasen und das Sanierungsprogramm des Konzerns verschärft. Am Hauptgeschäft der Sparte, das Systeme zur Stromübertragung und Stromverteilung anbietet, will er aber festhalten.

Das Sorgenkind Energietechniksysteme verzeichnete im zweiten Quartal erneut einen Betriebsverlust (Ebitda). Das verhagelte dem Konzern zusammen mit Abschreibungen auf Zukäufe und Restrukturierungskosten die Quartalsbilanz. Der Nettogewinn fiel binnen Jahresfrist um 17 Prozent auf 636 Millionen Dollar und damit deutlich stärker als von Analysten erwartet. Diese hatten im Schnitt einen Rückgang auf 706 Millionen Dollar prognostiziert. Spiesshofer will die Problemsparte Energietechniksysteme bis zum Jahresende zwar wieder an die Gewinnschwelle führen. Bis sie Geld abwirft, wird es aber noch dauern.

Die Anleger reagierten verschnupft. Die Aktien gaben 1,7 Prozent auf 20,69 Franken nach und waren damit größter Verlierer im Schweizer Leitindex.

Den Umsatz hielt ABB im Zeitraum April bis Juni mit 10,19 Milliarden Dollar auf dem Vorjahresniveau. Die Bestellungen dagegen nahmen um 13 Prozent auf 10,57 Milliarden Dollar zu. Vor allem in Amerika und Asien wurde mehr in Infrastruktur investiert. "In unseren beiden größten Märkten USA und China konnten wir im zweiten Quartal vielversprechendes Wachstum verzeichnen", sagte Spiesshofer. Großaufträge - als solche stuft der Konzern Bestellungen ab 15 Millionen Dollar ein - machten rund die Hälfte des Wachstums aus. Die Problemsparte Energietechniksysteme glänzte mit einem Auftrag über 400 Millionen Dollar für eine Stromleitung in Kanada.

Beim Ausblick blieb der ABB-Chef, der im vergangenen September die Nachfolge des langjährigen Konzernlenkers Joe Hogan angetreten hatte, vage. Kurzfristig positive Signale macht er in den USA aus, während er angesichts des Wirtschaftswachstums in einigen Schwellenländern vorsichtig ist. Für September hat er neue Finanzziele angekündigt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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