Elopak möchte SIG kaufen
Angriff auf Tetrapack

In den Markt für Getränkeverpackungen kommt Bewegung. Die Schweizer SIG, weltweit nach Tetrapack die Nummer zwei bei Verpackungen empfindlicher Lebensmittel, hat am Montag ein Übernahmeangebot erhalten.

ZÜRICH. Ein britisch-norwegisches Konsortium, das aus der Beteiligungsgesellschaft CVC und dem Konkurrenten Elopak bzw. dessen Eigentümer Ferd besteht, bietet umgerechnet rund 1,5 Mrd. Euro für den Schweizer Konzern. Der weist das Angebot zwar zurück, will aber laut einer Entscheidung des Verwaltungsrats dem bietenden Konsortium sowie „weiteren Interessenten“ voraussichtlich die Möglichkeit für eine vertiefte Unternehmensprüfung einräumen.

Ferd und CVC wollen 325 Schweizer Franken pro Aktie zahlen und sind bereit, das Angebot auf 350 Franken (230 Euro) aufzustocken, wenn die Unternehmensprüfung zufriedenstellend verläuft. Das Angebot bedeutet einen Aufschlag von 22 Prozent auf die Aktienkurse der vergangenen 30 Handelstage. Es ist davon abhängig, dass die Bieter eine Beteiligung von 75 Prozent an SIG erreichen.

Der SIG-Verwaltungsrat ist dagegen der Meinung, dass das Angebot zu niedrig ist. Er verweist auf die Erfolge der Restrukturierung. Der Verpackungskonzern hatte jüngst einen um zwölf Prozent gestiegenen Halbjahresumsatz von 646 Mill. Euro vorgelegt. Der Konzerngewinn ist allerdings um 49 Prozent auf 20 Mill. Euro geschrumpft, was vor allem an den Kosten für die Restrukturierung liegt. In Deutschland, dem wichtigsten Markt von SIG, beschäftigen die Schweizer rund 3 000 Mitarbeiter. Umsatz und operativ gestiegenes Betriebsergebnis sind nach Meinung von SIG-Konzernchef Rolf-Dieter Rademacher Zeichen für den Erfolg der neuen Strategie. Vor allem das Osteuropa-Geschäft aber auch die Entscheidung, die Märkte in Asien zu bearbeiten, zahlten sich aus, hatte Rademacher kürzlich dem Handelsblatt gesagt. Der Verwaltungsrat weist nun in seiner Entgegnung darauf hin, dass der Kurs der Aktie seit dem Jahr 2004 um 60 Prozent gestiegen ist und weitere Gewinne möglich sind.

Elopak ist knapp halb so groß wie SIG und gehört komplett dem Geschäftsführer der Muttergesellschaft Ferd, Johan Andresen. Er berichtete gestern in Zürich, dass SIG seinerseits versucht hatte Elopak zu kaufen, wozu er jedoch nicht bereit gewesen sei. Falls Andresen Erfolg hat, dürfte SIG langfristig von der Börse genommen werden. Nur eine „private Eigentümerschaft bietet die für langfristige Strategien erforderliche Stabilität“, sagte der Norweger.

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