Emissionsausgleich für Langstreckenflüge und die Bahn für Kurzstrecken.
Saubere Flüge zu geschäftlichen Terminen sind möglich

"Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein ...“ - was Reinhard Mey so wunderbar besingt, hat Schattenseiten. „Der Flugverkehr ist das am meisten unterschätzte Klimaproblem“, warnt Christoph Bals, Leiter Klimaschutz der Umweltorganisation Germanwatch. Er sei infolge seines weltweit rasanten Wachstums die „am stärksten wachsende Treibhausquelle überhaupt“, ergänzt Annika Wandscher vom Bundesumweltministerium (BMU).

BRÜSSEL. Noch drastischer klingt die Prognose der EU-Kommission: der Anstieg der Flugzeugemissionen bis 2012 entspreche der gesamten im Klimaschutzprotokoll von Kyoto für die Industrie vereinbarten Reduktionsmenge. Die Zuwachsraten seien weitaus höher als die technischen Möglichkeiten, den Treibhausgasausstoß zu verringern. Das Wachstum müsse dringend von Energieverbrauch und Emissionsanstieg entkoppelt werden, um den bereits spürbaren Klimawandel und seine ökologischen und wirtschaftlichen Folgen nicht zu ver-schärfen, heißt es in Brüssel. Industrie und Dienstleister können mit verschiedenen Methoden ihre Emissionen bei Geschäftsreisen senken oder kompensieren und zugleich Kosten senken, sagen Experten.

Der Luftverkehr birgt ein zusätzliches, wenig bekanntes Risiko. Die Maschinen stoßen nicht nur CO-2 und Methangas aus. Das Methan baut auch klimaschädliches Ozon auf. In 10 000 m Flughöhe passiert das wegen der stärkeren Sonneneinstrahlung sehr rasch und kräftig. „Dieser starke Treibhauseffekt ist einzigartig für den Flugverkehr“, erläutert Dietrich Brockhagen, Luftfahrtexperte, einst vom BMU, heute von Germanwatch. Überdies könnten aus den Kondensstreifen Schleierwolken entstehen, die die Bodentemperatur lokal um ein Grad verringerten. Durch die zunehmenden Temperaturunter-schiede in der Luft geraten nicht zuletzt die Windströme durcheinander. Das gilt als mitverantwortlich für die Zunahme der Stürme in den letzten Jahren. Um die gesamte Emissionswirkung des Flugverkehrs zu erfassen multiplizieren Wissenschaftler die Emissionen mit einem Faktor zwischen 2 und 4.

Wie regelt Kyoto das Problem? Gar nicht. Die Staats- und Regierungschefs konnten sich nicht einigen, welchem Staat welcher Teil der Abgase zuzurechnen ist und wer welche Verringerung erreichen muss. Da der Bereich sehr schwer regelbar sei, sollten Vielflieger freiwillig handeln, sagt Wandscher und meint damit sowohl BMU-Mitarbeiter als auch Manager in Unternehmen. Einige Konzerne und Finanzinstitute, die sich nachhaltigem, ökologisch und sozial verantwortlichen Wirt-schaften verpflichtet haben, überlegen inzwischen, was sie tun können, bevor der Gesetzgeber eingreift.

Siemens weiß zum Beispiel, dass seine Mitarbeiter jährlich „45 000 mal um die Erde fliegen“, berechnete Bernhard Schwager von der Abteilung Umweltschutz. Der Elektronikkonzern stellt zwar die Techniken her, mit denen Reisen vermieden werden könnten, doch selbst nutzt er sie kaum. „Es herrscht kein Problembewusstsein“, stellte Schwager fest. „Aber Siemens will Vorreiter sein, daher müssen wir handeln.“

Bei der Münchener Rück, die seit Jahrzehnten vor den Folgen des Klimawandels warnt, steht das Thema seit fünf Jahren auf der Agenda. Noch ist es aber nicht aktiv ange-gangen, wie zu erfahren ist. Elektronikhersteller Sony hat das ehrgeizige Ziel, bis 2010 den totalen Umweltenfluss über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu halbieren. „An Geschäftsreisen wurde aber nicht gedacht“, räumt Lutz-Günther Scheid von Sony International ein. Das will er ändern. Der Schweizer Rückversicherer SwissRe will sich bis 2013 vollständig klimaneutral ausrichten. Über Möglichkeiten und Ansprechpartner informiert „Clean Business Travel“, eine ungewöhnlichen Allianz aus der NRW-Umweltstiftung, Germanwatch und der Beratungsagentur ECC Kothes Klewes. In Workshops stellt das Pro-jekt Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen und Behörden innovative Praxisbeispiele und Lösungsansätze vor:

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