EnBW-Chef Villis: Neckarwestheim I könnte bald abgeschaltet werden

EnBW-Chef Villis
Neckarwestheim I könnte bald abgeschaltet werden

Ältere Atomkraftwerke dürfen nach dem Kompromiss zwischen Regierung und Energiekonzernen länger am Netz bleiben. Trotzdem könnte EnBW den Meiler Neckarwestheim I schon bald freiwillig abschalten. Denn das Kraftwerk rechnet sich für den Konzern nicht.
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HB KARLSRUHE. Trotz der Laufzeitverlängerung für Deutschlands Atomkraftwerke schließt der Energieversorger EnBW eine baldige Abschaltung des Meilers Neckarwestheim I nicht aus. Das sei durchaus denkbar, sagte EnBW-Chef Hans-Peter Villis der „Stuttgarter Zeitung“. „Wenn wir etwa die aktuellen Strompreise an der Leipziger Strombörse von rund 50 Euro pro Megawattstunde nehmen, davon die Erzeugungsvollkosten, geschätzte Kosten für eine Nachrüstung und die Kernbrennstoffsteuer abziehen, kommen wir bei der Anlage Neckarwestheim I auf ein negatives Ergebnis“, sagte Villis.

Entscheidend seien nun die Höhe der Nachrüstkosten und die Entwicklung der Strompreise. Blieben die Preise auf dem derzeitigen Niveau, könne die Anlage bei einer Laufzeitverlängerung von acht Jahren Kosten von 120 Mio. Euro insgesamt tragen, rechnete der EnBW-Chef. „Dies ist eine Momentaufnahme“, sagte ein EnBW-Sprecher.

Wie hoch die Kosten sein werden, die durch neue Sicherheitsanforderungen bestehen, sei noch nicht abzuschätzen.

Wenn die Umsetzung des neuen Atomgesetzes noch bis zum zweiten Halbjahr 2011 dauern werde, profitiere die EnBW frühestens zu diesem Zeitpunkt von einer Laufzeitverlängerung des Kernkraftwerks Neckarwestheim I. Auf kleine Kraftwerke bezogen belaste die Kernbrennstoffsteuer die EnBW im Vergleich zu den anderen drei großen Energieversorgern Eon, RWE und Vattenfall mit Abstand am meisten.

Deshalb prüfe der Versorger seine Investitionen. Zu den kleineren Kraftwerken zählt neben Neckarwestheim I auch Philippsburg I.

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