EnBW
Fall Bykov wird zum Problemfall für Regierung

Das Land Baden-Württemberg will die Beziehung von EnBW zum Lobbyisten Andrey Bykov untersuchen. Der Vorwurf der Korruption liegt in der Luft. Das Handelsblatt beantwortet in Kürze die wichtigsten Fragen.
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Düsseldorf/StuttgartDer russische Lobbyist Andrey Bykov hat die Landesregierung von Baden-Württemberg in Aufregung versetzt. Bykov hatte gestern im Interview mit dem Handelsblatt beschrieben, wie er mit Scheinverträgen der EnBW arbeitete. Über diese Verträge sei ein dreistelliger Millionenbetrag zur Klimapflege nach Russland geflossen, sagte der Russe.

Damit würde die milliardenschwere Beteiligung an der EnBW, die die grün-rote Landesregierung von ihren schwarz-gelben Vorgängern geerbt hatte, zum Problemfall. Bykov hatte schwere Vorwürfe gegen den aktuellen und zwei frühere EnBW-Chefs erhoben.

Danach sollen in der Amtszeit von Hans-Peter Villis, Utz Claassen und Gerhard Goll, rund 200 Millionen Euro an Bykov geflossen sein, von denen er Wohltätigkeitsprojekte in ganz Russland finanziert habe. All das habe der „Klimapflege" gedient, so Bykov, um der EnBW zu einer Beteiligung an einem russischen Gasfeld zu verhelfen.

„Wir nehmen den Fall sehr ernst", sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter gestern dem Handelsblatt, „wir werden im Aufsichtsrat nachdrücklich auf Aufklärung drängen." Ein anderes Mitglied sprach von „dubiosen Russland-Geschäften".

Die Regierungsvertreter stehen dabei selbst unter Druck: „Wir fordern von der baden-württembergischen Landesregierung, für eine lückenlose Aufklärung bei der EnBW, einem öffentlichen Unternehmen, zu sorgen", sagte Christian Humborg, Geschäftsführer der Antikorruptionsorganisation Transparency. Die Aufsichtsräte müssen dabei ein komplexes Geflecht durchdringen.

Das Handelsblatt beantwortet die wichtigsten Fragen im Fall Bykov.

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